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Eine solide Basis auf schnellem Wege – das Punktfundament

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Köcherfundament für den Neubau einer Fabrikhalle

Jeder Bauherr oder Eigentümer mit Grundstück kennt es – man möchte früher oder später eine Garage oder Gartenhaus errichten lassen. Doch nicht nur um das Aussehen und den Stil des künftigen Bauwerkes sollte man sich Gedanken machen, sondern vor allem um eine stabile Basis. Diese ist Voraussetzung für eine hohe Langlebigkeit und bietet einen individuellen Schutz gegen Bodenerosionen, Witterung und Naturgewalten. Je nach gewählter Gebäudeart ist dabei ein anderes Fundament am besten geeignet. Anders als das Streifenfundament wird das Punktfundament, wie der Name schon verrät, punktuell errichtet. Dabei wird die zu tragende Last auf einen einzigen Punkt oder eine Vielzahl von Punkten umverteilt.

Vielseitige Verwendung vom einfachen Gartenzaun bis zur großen Industriehalle

Meist aus Beton gefertigt, werden schmale, aber tief reichende Säulen über die gesamte Grundfläche des späteren Bauwerks verteilt und dienen in erster Linie der Druckverteilung. Dabei werden, anders als bei anderen Fundamenten, keine Mauern, sondern Pfosten zur Weiterleitung von Gewicht eingesetzt. Solange tragende Elemente mit einem oder mehreren punktuellen Fundamenten versehen werden, spielt die Größe des eigentlichen Bauwerks keine Rolle. Vom Gartenzaun aus leichtem Maschendraht über das kleine Gartenhäuschen bis hin zum Carport mit schwerem Holzdeck ist alles denkbar. Mithilfe eines geeigneten Fundamentplanes vom Fachmann bzw. bei größeren Vorhaben auch vom Statiker ist sogar der Bau von ganzen Industriehallen möglich.

Außerdem ist eine Kombination mit anderen Fundamentarten denkbar und sinnvoll. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das spätere Gebäude nicht nur aus Mauern, sondern auch aus säulen- oder zylinderförmigen Bauteilen bestehen soll.

Vor- und Nachteile eines Einzelfundaments

Da ein Punktfundament nun grundsätzlich sowohl für kleinere als auch größere Bauwerke infrage kommt, lohnt es sich einen Blick auf die Vor- und Nachteile in Bezug auf die jeweiligen Gegebenheiten zu werfen. Zuerst einmal sollte jeder Bauherr wissen, auf was für einer Bodenart er sein neues Bauwerk errichten lassen will. Da die Last bei der genannten Fundamentart über einzelne Punkte in den Boden abgeleitet werden soll, ist die Frage nach dem Baugrund am essentiellsten. Während Böden mit geringer Standfestigkeit wie Sandböden zu schnell nachgeben und daher eher ungeeignet sind, sind härtere Böden mit einem hohen Lehmanteil nahezu dazu prädestiniert, ein Punktfundament zu tragen. Außerdem entfällt bei festem Untergrund die Notwendigkeit einer Schalung. Besonders bei Holzbauten bietet das Einzelfundament außerdem eine sehr gute Belüftung, was Fäulnisprozesse hinauszögern oder im Idealfall sogar gänzlich vermeiden kann.

Da bei dem Bau eines punktuellen Untergrundes anders als bei einer Fundamentplatte lediglich kleine Erdaushübe notwendig sind, stellt der Zeitfaktor wohl einen großen Pluspunkt dar. Außerdem muss deutlich weniger Material aufgebracht werden, was zusätzlich dem Kontostand zugutekommt. Doch was als entscheidender Vorteil ausgelegt werden kann, vermag sich nicht selten zu einem nicht unerheblichen Nachteil zu wandeln. Denn die Legung vieler kleiner Fundamentpunkte setzt ein ebenes Gelände voraus, bei dem nur wenig Gefälle vorhanden sein darf. Damit entfällt die Möglichkeit der Einebnung wie es zum Beispiel durch den Bau einer Fundamentplatte möglich wäre. Außerdem ist, um einen angemessenen Frostschutz sicherzustellen, eine Mindesttiefe von 80 cm bei dem Aushub zu beachten. Des Weiteren sollten die Mindestflächen jedes Unterbaupunktes 30 cm Kantenlänge betragen, was vor allem bei sehr kleinen Bauwerken ein entscheidendes Minus darstellen kann. Je nach individuellen Gegebenheiten sollte daher jeder für sich selbst entscheiden, ob eine Punktbasis, die vor allem Zeit und Geld spart, infrage kommt oder ob man doch zur Streifen- oder Plattenvariante greift.

Mit dem richtigen Beton zu einem stabilen Untergrund

Nachdem die Frage nach der Fundamentart geklärt ist, steht die Entscheidung für einen geeigneten Beton aus. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn je nach Projektgröße muss man auch hier verschiedene Arten mit unterschiedlichen Zusammensetzungen in Betracht ziehen. Für kleinere Vorhaben, wie der Bau einer einzelnen Halterung für ein Vogelhaus oder eine Wäschespinne, eignet sich beispielsweise fertiger Estrichbeton, dem nur noch Wasser zugegeben werden muss. Für den Bau eines Gartenhauses andererseits kommt neben der Verwendung von fertig gemischtem Transportbeton auch Trockenbeton in Säcken oder eine eigens hergestellte Mixtur infrage. Bei Letzterem mischt der Fachmann Wasser, Zement sowie Kies der Körnung 0/8 bzw. 0/16 in einem entsprechenden Verhältnis miteinander. In Druckfestigkeitsklassen eingeteilt, wird bei der Errichtung von Punktfundamenten meist die Betongüte C25/C30 verwendet.

Bild: Nordreisender / stock.adobe.com

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