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Flachdach – Aufbau, Vorteile und Nachteile

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Moderne Häuser mit Flachdach

Letzte Aktualisierung am 3. September 2020 von Max Lehmann

Bei einem Flachdach liegt die Dachneigung bei unter 10 Grad, in einigen Definitionen ist sogar eine Maximalgrenze von 5 Grad angegeben. In den Flachdachrichtlinien ist nachzulesen, dass der Neigungswinkel bei mindestens 1,1 Grad liegen sollte, also bei 2 Prozent. Empfohlen wird eine Neigung von 2,9 Grad beziehungsweise 5 Prozent. In diesen Flachdachrichtlinien geht es um die Fachregeln für Abdichtungen und um die Festlegung der entsprechenden Normen für Dachdecker. Im Zusammenhang mit begrünten Flachdächern gelten außerdem die FLL-Dachbegrünungsrichtlinien. Diese basieren auf den Empfehlungen der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und beziehen sich auf die Planung von Verkehrsflächen auf Bauwerken.

Hintergründe zum Flachdach

In den 1970er Jahren waren Flachdächer für Bungalows eine beliebte Lösung. Mittlerweile findet man diese Dachform vorwiegend bei gewerblichen Bauwerken und bei den neueren Passivhäusern. Grundsätzlich eignet sich das flache Dach für alle Gebäudetypen. Vor allem bei modernen Häusern ist es besonders beliebt.

Vor- und Nachteile

Im Vergleich zu anderen Dächern mit stärkerem Neigungswinkel haben die Flachdächer folgende Vorteile:

  • geringes Gewicht der Dachhaut,
  • zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten wie Begrünung, Dachterrasse, Unterbringung von Aggregaten und anderen Objekten,
  • günstiger Preis,
  • Option für Lichtkuppeln,
  • viel gestalterischer Freiraum auch für zukünftige Erweiterungen und Aufstockung des Gebäudes
  • Höherer Lichteinfall im Gegensatz zu anderen Dachformen, besonders im Winter

Gewisse Nachteile sind allerdings zu berücksichtigen:

  • Feuchtigkeits- und Alterungsschäden können auftreten,
  • Geringere Haltbarkeit als andere Dachformen (30 bis 40 Jahre)
  • höherer Wartungsaufwand,
  • erforderliche Abdichtung wie Bitumen wirkt sich negativ auf die Umwelt aus,
  • geringere Tragfähigkeit (Schneelast).

Aufbau

Es gibt mehrere Flachdacharten, die sich im Aufbau unterscheiden.

Warmdach – Unbelüftetes Flachdach

Bei einem Warmdach werden die Konstruktionsschichten direkt auf die tragende Unterkonstruktion aufgebaut. Es handelt sich um ein einschaliges Dach ohne Belüftungsebene. Da die Belüftungsebene fehlt, ist auch die Aufbauhöhe geringer. Eine Trocknung innerhalb der Dachkonstruktion ist jedoch nicht möglich. Eindringende Feuchtigkeit gefährdet das Dach.

Kaltdach – Belüftetes Flachdach

Beim Kaltdach gibt es einen Luftzwischenraum zwischen der wärmegedämmten, tragenden Unterkonstruktion und der Abdichtung.

Die Belüftungsschicht hat den Vorteil, dass eindringende Feuchtigkeit einfach trocknen kann und das Dach nicht gefährdet. Außerdem sinkt das Risiko für Spannungsschäden.

Die Luftschicht sorgt jedoch auch dafür, dass die Abdichtung starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Das kann ihre Haltbarkeit reduzieren.

Umkehrdach

Das Umkehrdach heißt so, weil die Abdichtung hier nicht über sondern unter der Wärmedämmschicht liegt. Dadurch ist die Abdichtungsschicht vor Temperaturschwankungen geschützt. Die zwei Schutzschichten über der Dämmung müssen diffusionsoffen sein, damit Feuchtigkeit wieder entweichen kann.

Nutzungsmöglichkeiten und Beanspruchungen beim Flachdach

Ein Flachdach bietet sich für diverse Nutzungen an, beispielsweise als Dachterrasse, als Grünanlage oder als Parkplatz. Abhängig von der Nutzungsart muss man bestimmte Richtlinien einhalten, die in den entsprechenden Regelwerken festgelegt sind. Dabei stehen besonders die Tragkonstruktion und die Dachabdichtung im Vordergrund, deren Beschaffenheit sich nach der mechanischen und thermischen Einwirkung richtet.

  • Stufe I bezieht sich auf eine hohe mechanische Einwirkung,
  • Stufe II gilt für eine mäßige mechanische Einwirkung,
  • Stufe A liegt bei einer hohen thermischen Einwirkung vor,
  • Stufe B gilt für eine mäßig thermische Beanspruchung.

Häufig handelt es sich um Kombinationen aus den mechanischen und thermischen Beanspruchungsstufen, sodass insgesamt vier Einwirkungsklassen entstehen (IA, IB, IIa, IIB). Die Dachabdichtung ist auf die jeweilige Klassifizierung anzupassen. Des Weiteren können starke Witterungseinflüsse wie stehendes Wasser, UV-Strahlung, Hagel, Sturm sowie chemische Belastungen dem Flachdach zusetzen. Bei den begrünten Dächern kommt noch das Wurzelwachstum hinzu.

Interessante Faktoren

Ein Flachdach kann auch die Möglichkeit bieten, das Obergeschoss komplett auszunutzen, denn Schrägen wie beim Steildach sind hier nicht vorhanden. Außerdem ist die Option der Begrünung beim Flachdach ein umweltfreundlicher Aspekt, denn dadurch verbessert sich die Energiebilanz. Durch seine flache Bauweise eignet sich das Dach außerdem hervorragend für den Einbau einer Anlage für Photovoltaik, was sich ebenfalls positiv auf die Umweltverträglichkeit des Hauses auswirkt. Die technischen Bedingungen für das Flachdach haben sich seit den 1970er Jahren stark verändert, sodass den typischen Feuchtigkeitsschäden etwas entgegengesetzt werden kann. Die Baustoffe sorgen für eine optimale Abdichtung, des Weiteren lässt sich das aufgefangene Niederschlagswasser für die Gartenbewässerung oder sogar für die Hausbewässerung nutzen.

Die regelmäßige Wartung sorgt dafür, dass eventuellen Schäden rechtzeitig vorgebeugt wird. Durch das Entfernen von Moos und anderem Schmutz lässt sich vermeiden, dass das Wasser sich zu lange auf der Dachfläche sammelt. Das wirkt sich positiv auf die Langlebigkeit des Flachdachs aus. In der Folge lässt sich die aufwändige Sanierung nach hinten verschieben.

Häufig gestellte Fragen zum Flachdach

Wie lange ist ein Flachdach dicht?

Ein professionell gefertigtes Flachdach sollte 20 bis 30 Jahre lang dicht bleiben. Bei regelmäßiger Wartung bis zu 40 Jahre.

Wie viel kostet ein Flachdach pro m²?

Ein Flachdach kann bei einem Neubau zwischen 25 und 75 Euro pro Quadratmeter kosten. Der genaue Preis ist abhängig von der Dämmung, der Abdichtung, den verwendeten Materialien und den örtlichen Anforderungen an das Dach. Für einen zugeschnittenen Kostenanschlag lohnt es sich, den Auftrag kostenlos bei Blauarbeit einzugeben. So erhalten Sie realistische Angebote von Dachdeckern aus der Region.

Welche Materialien werden für Flachdächer eingesetzt?

Ein Flachdach muss besonders gut abgedichtet werden, damit keine Feuchtigkeit eindringt. Bitumen- und Kunststoffbahnen können diese Abdichtung gewährleisten. Auch Flüssigkunststoff eignet sich gut, um Anschlüsse zu Dachfenstern, Dachrändern oder Lichtkuppeln abzudichten.

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