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Gemüsebeet anlegen und planen – so gehen Sie richtig vor!

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Gemüsebeet anlegen - so gehts!

Sie wollen ein kleines oder großes Gemüsebeet anlegen? Es gibt viele Gründe Gemüse, aus dem Garten zu ziehen. Man kann es taufrisch ernten und direkt verwerten und es schmeckt so viel besser als die Ware aus dem Geschäft. Sie kennen beim eigenen Gemüsebeet genau die Wachstumsbedingungen und benötigten Hilfsstoffe wie Düngemittel. Außerdem ist es auch einfach schön, das essen zu können, was man selbst anbaut. In diesem Artikel möchten wir Ihnen näher bringen, wie Sie Ihr Beet anlegen und wie ein Anbauplan aufgestellt wird.

Standort

Schon bei der Planung des Gemüsebeets gibt es einiges, das Sie beachten sollten. Ein Gemüsebeet sollte an einem sonnigen Platz stehen, denn für das Wachstum der Früchte brauchen die Pflanzen viel Energie. Der Standort sollte eine gute Luftzirkulation ermöglichen, aber auch vor starken Winden geschützt sein. Die Kombination aus Sonne und guter Luftzirkulation ist wichtig, damit die Pflanzen nach starkem Regen schnell wieder abtrocknen. Dadurch sind sie auch vor Pilzkrankheiten und Schädlingen besser geschützt. Für den Windschutz eignen sich besonders kleine Mäuerchen, Zäune oder niedrige Hecken.

Auch ein Wasseranschluss sollte in unmittelbarer Nähe erreichbar sein. So sparen Sie sich für die Bewässerung lästige lange Wege. Achten Sie darauf, dass auch der Kompost nicht allzu weit weg ist. Wenn möglich, bietet es sich an, das Gemüsebeet in unmittelbarer Nähe der Küche anzulegen: So können Sie auch beim Kochen noch schnell ein paar frisch geerntete Kräuter und Gemüse in die Pfanne werfen.

Beeteinfassung und Form

Die Beeteinfassung schützt das Gemüsebeet vor Wind, Schädlingen und auch Unkraut. Außerdem hält sie die Erde im Gemüsebeet. Beeteinfassungen lassen sich mit verschiedenen Materialien aufbauen. Besonders beliebt sind Naturstein oder Beton, Flechtzäune, Holz oder niedrige Hecken wie zum Beispiel Buchsbaumgewächse.

Hügelbeet

Ein Hügelbeet besteht vor allem aus Gartenabfällen, über die Erde oder Kompost geschichtet wird. Folgende Schichten werden verwendet (von unten nach oben):

  1. Ganz unten: Zerkleinertes Schnittgut
  2. Erdaushub oder umgedrehte Rasensoden
  3. Feuchtes Laub oder Stroh
  4. Grober Kompost
  5. Ganz oben: Pflanzschicht aus Gartenerde und reifer Kompost

Vorteile

  • Mehr Anbaufläche durch die Wölbung
  • Hügelinneres ist gut durchlüftet
  • Wurzeln stehen nicht im Wasser

Nachteile

  • Wühlmäuse fühlen sich im Hügelbeet sehr wohl
  • Häufigeres Gießen nötig

Hochbeet

Hochbeete werden ähnliche wie Hügelbeete aufgeschichtet, haben aber zusätzlich noch eine stabile, hohe Einfassung. Diese Einfassung besteht aus ästhetischen und Kostengründen oft aus Holz, kann aber auch aus Beton oder Naturstein hergestellt werden. Wichtig ist, dass das Material die Erde gut hält. Bei Hochbeeten aus Holz muss im Inneren eine Noppenfolie angebracht werden, um das Holz vor Verrottung und Pilzbefall zu schützen. Außerdem muss man am Boden ein engmaschiges Gitter oder Hohllochziegel befestigen, um Wühlmäuse draußen zu halten.

Vorteile

  • Können beliebig hoch angelegt werden
  • Kann überall aufgestellt werden, auch wenn man keinen Garten hat
  • Rückenschonende Gartenarbeit
  • Gut vor Schnecken geschützt
  • Hochbeet erwärmt sich im Frühling schneller
  • Kaum Unkraut
  • Langlebig

Nachteile

  • Aufbau kann teuer sein, je nach Material und Größe
  • Hochbeete brauchen viel Erde, die ein mal im Jahr nachgefüllt werden sollte
  • Kompletter Neuaufbau der Erde nach spätestens fünf Jahren nötig
  • Hoher Wasserbedarf

Gemüsepflanzen 

Nicht nur für Veggies eine tolle Möglichkeit.

Wenn Sie Ihren Vorgarten gestalten oder sich mit Gartenstilen beschäftigen, ziehen Sie auch ein paar Gemüsepflanzen in Erwägung. Wenn Sie ein Gemüsebeet anlegen, sollten Sie sich zunächst gründlich über die einzelnen Gemüsesorten informieren. Wie groß werden die Auberginen und wie viel Platz muss man einplanen? 

Auberginen

Um Auberginen anzupflanzen, sollten Sie darauf achten, dass diese einen warmen und geschützten Standort benötigen, damit sie gut gedeihen können. Also bevor Sie sich eine Markise kaufen oder einen Sonnenschirm aufstellen, organisieren Sie – wenn Sie haben – einen vollsonnigen Platz für Ihre Auberginen, so wächst und fruchtet sie besonders gut. Am besten sät man sie im Frühling im Haus direkt in Kübel, die im Frühsommer ins Freie gestellt werden. Für ein optimales Wachstum sollten die Temperaturen tagsüber und nachts zwischen 16 und 18 Grad liegen. Auberginen haben lange Wurzeln und benötigen darum einen tiefen Kübel mit nahrhaftem Substrat. Sie brauchen etwas Zeit um sich zu entwickeln und müssen regelmäßig gegossen werden.

Erbsen

Erbsen gehören zu den beliebten Gemüsesorten, sind aber nicht ganz unproblematisch im eigenen Gemüsebeet: Vögel und Mäuse haben nämlich auch viel Freude daran. Einerseits keimen Erbsen nur widerwillig in kaltem Boden, andererseits brauchen sie einen eher kühlen Standort und gedeihen offenen Lagen nur schlecht. Im Kübel wachsen sie jedoch recht gut und eignen sich an einem kleinen Spalier auch als Blickfang. Achten Sie aber darauf, dass beim Samenkauf die Angaben über die Wuchshöhe variieren kann, wenn Sie Ihr Gemüsebeet anlegen. Liegt Ihre Terrasse oder der Dachgarten eher offen, ist ein gewisser Schutz vor Wind und auch vor Vögeln überaus empfehlenswert.

Gurken 

Heutige Gurken können bereits in kühlen Gegenden gedeihen und lange, glatte, bitterfreie Früchte tragen. Die Samen werden hochkant in Torftöpfe oder direkt an Ort und Stelle in den Boden gesteckt. Bei etwa 20 Grad keimen sie.

Kopfsalat

Salat wächst schnell, braucht nur wenig Platz und auch zwischen anderen Gemüsesorten gesät werden. Das ist besonders praktisch, wenn Pflanzen abgeerntet sind und so entsprechend Lücken entstehen. Im Kübelgarten besteht zudem kaum das Risiko, dass zu viele Salatpflanzen zeitgleich erntereif sind. Damit aber eine Versorgung über einen möglichst langen Zeitraum gewährleistet ist, sollten Sie die Aussaat sorgfältig planen. Säen Sie nicht unbedingt an Ort und Stelle, sondern besser ist es, nach Bedarf je zwei Samenkörner in Torftöpfe zu geben. Vor dem Umpflanzen müssen Sie die Pflanzen in den Kübel abhärten. 

Möhren

Wenn Sie Ihr Gemüsebeet anlegen müssen Sie sich auf Möhrensorten beschränken, die eine kurze, gedrungene Form haben. Die größeren Wintermöhren brauchen lange bis zur Erntereife. Außerdem müssen Sie Möhren in einen tiefen Kübel säen. In einem flachen Pflanzbeutel gedeihen sie nicht. Das grüne Laub bildet einen schönen Kontrast zu anderen Gemüsesorten, die man mit Möhren zusammen in einen Kübel pflanzen kann. Man sät sie sehr dünn an Ort und Stelle oder in Torftöpfen, in denen sie später ausgepflanzt werden. Optimal sind Folgesaaten in Abständen von zwei Wochen, sodass Sie laufend ernten können. 

Selbstversorgung gehört zu den aktuellen Trends im Garten!

Paprika

Das ursprünglich aus den Tropen stammende Gemüse kann inzwischen auch in kühleren Regionen gedeihen. Der ideale Ort ist eine warme Terrasse. Wenn Sie noch keine Terrasse besitzen, erfahren Sie auch hier alles zum Thema Terrassenbau. Paprika ist eine sehr beliebte Salatzutat, aber auch im Sommer zum Grillen auf dem Balkon oder im Garten oder auch für eine Gemüsepfanne eine tolle Gemüsesorte. Sie ähneln sehr den Tomaten: Man zieht sie entweder im Gewächshaus oder im Freien. Bei 21 Grad können Sie die Paprika im Haus säen. Ihre Samen keimen innerhalb von 14 bis 21 Tagen.

Tomaten

Freilandtomaten sind ziemlich unkompliziert und zählen zu den besten Gemüsearten für den Kübel. Am besten gedeihen die Pflanzen bei warmen Temperaturen, wenn Sie ein Gemüsebeet anlegen. Wenn Sie ihnen nicht den ausreichenden Windschutz bieten und es zu warm wird, können Sie keine großen Erträge erwarten. Man unterscheidet grundsätzlich von Cordon- und Strauchtomaten. Die Cordon-Sorten sind besonders verbreitet. Um diese aber gut zu gedeihen, müssen Sie die Pflanzen in regelmäßigen Abständen an Stangen oder Drähten anbinden, ohne, dass die Triebe abgeschnürt werden – hier verwenden Sie am besten Bast. Falls der Sommer vielleicht mal früher endet als normal und noch viele grüne Tomaten an den Pflanzen hängen, kann man sie abpflücken und weiter im Haus reifen lassen. 

Strauchtomaten sind unkomplizierter. Wie der Name schon verrät, wachsen sie entweder zu niedrigen Sträuchern heran oder kriechen flach auf den Boden. Sie müssen nicht angebunden werden, allerdings sollte man den Boden abdecken, damit er keinen Kontakt zu den Früchten bekommt. Zwergtomaten beispielsweise werden kaum höher als 20 Zentimeter und gedeihen auch in Töpfen und Blumenkästen. Aber sie liefern keine großen Erträge. Sie legen zwei Samen in einen kleinen Topf und entfernen den schwächeren Keimling.

Fruchtfolge

Bei der Fruchtfolge pflanzt man abwechselnd verschiedene Gemüse in einem Beet oder lässt die Gemüsearten jedes Jahr ein Beet weiter rotieren. Im heimischen Garten lohnt sich vor allem eine dreijährige Fruchtfolge, bei der man sich am Nährstoffbedarf der Pflanzen orientiert. Im ersten Jahr wird das Gemüsebeet gut gedüngt und man pflanzt die Starkzehrer mit hohem Nährstoffbedarf an. Im zweiten Jahr die Mittelzehrer und im dritten und letzten Jahr die Schwachzehrer.

Die Fruchtfolge hat gleich mehrere Vorteile: Man stellt sicher, dass die Erde nicht zu schnell ihre Nährstoffe verliert. Auch bei der Krankheits- und Schädlingsbekämpfung hilft die Fruchtfolge ungemein. Da nie viele Pflanzen der gleichen Gemüseart nebeneinander stehen, können sich auch die Schädlinge und Krankheiten schlechter ausbreiten. Darüber hinaus hilft die Vielfalt der Pflanzen auch bei der Unkrautbekämpfung. Kürbisse und Kartoffel sorgen mit ihren dichten und großen Blättern zum Beispiel dafür, dass Unkraut kaum wachsen kann.

Bei der Anzahl der Jahr müssen es auch nicht unbedingt drei sein – auch die zweijährige oder vierjährige Fruchtfolge ist möglich. Die vierjährige Fruchtfolge ist vor allem bei kranken oder sandigen Böden praktisch. Im vierten Jahr verwendet man aber keine zehrenden Pflanzen, sondern Gründüngungspflanzen. Diese Pflanzen haben viel Blattmasse und lockern mit ihren Wurzeln den Boden auf. Ein bekanntes Beispiel ist der Buchweizen.

Starkzehrer

  • Sellerie
  • Kohlarten
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Mais
  • Lauch
  • Auberginen
  • Kürbisse
  • Melonen

Mittelzehrer

  • Zwiebeln
  • Radieschen
  • Salate
  • Möhren
  • Paprika
  • Spinat
  • Kohlrabi
  • Mangold
  • Fenchel

Schwachzehrer

  • Erbsen
  • Bohnen
  • Kräuter

Bilderquellen:
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Stefan Körber / stock.adobe.com

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