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Schildlausbefall erkennen und bekämpfen

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Kaum ein Schädling ist bei den Besitzern von Zimmerpflanzen und Obstbäumen so gefürchtet wie die Schildlaus. Sie setzt sich auf die Blätter bereits geschwächter Pflanzen, saugt ihnen den Pflanzensaft aus und schädigt sie so weiter. Dies ist nicht nur unschön, sondern auch gefährlich für die geliebten Zimmerpflanzen. Da die kleinen Schädlinge sich gut zu verstecken und zu schützen wissen, ist ihre Entdeckung und Bekämpfung nicht ganz einfach. Hier erfahren Sie Wissenswertes über Schildläuse und ihre Bekämpfung.

Lebensweise der Schildlaus

Die Schildlaus ist ein Insekt, das abhängig von seinem Entwicklungsstadium und seiner Art zwischen einem und sechs Millimeter klein ist. Die Larven sind mit unter einem Millimeter für das menschliche Auge so gut wie unauffindbar. Besser erkennbar sind die namensgebenden Schilde aus Wachs, die in zahlreichen verschiedenen Farben und Formen vorkommen und teilweise mit dem Panzer der Schildlaus verwachsen sind. Die darunter befindlichen Tiere sind die Weibchen, während die Männchen geflügelt sind und mangels Beißwerkzeugen nur wenige Tage leben, um die Weibchen zu befruchten. Aber auch ohne Befruchtung können die Weibchen unter den Schildern hunderte von Eiern legen. Dies ist ursächlich für die rasche Ausbreitung dieser Schädlinge. Diese findet vor allem im Winter und Frühjahr statt, wenn die Pflanzen geschwächt sind.

Unter den Schilden legen die Weibchen nicht nur Eier, sondern graben ihre Beißwerkzeuge in das Pflanzenmaterial. Sie trinken den Pflanzensaft und entziehen der Pflanze so wertvolle Nährstoffe. Da der Pflanzensaft deutlich mehr Zucker enthält, als die bewegungsunfähige Schildlaus zum Überleben benötigt, scheidet sie überflüssigen Zucker als Honigtau aus. Sie schleudert diesen über teils erstaunliche Entfernungen. Manche Schildlauskolonien leben auch in Symbiose mit Ameisen. Die Ameisen sammeln den Honigtau von den Schildläusen und beschützen diese im Gegenzug vor Fressfeinden.

Besondere Schildlausarten

Während die meisten Schildlausarten sich nur in ihren Fressfeinden und der Form ihres Schildes unterscheiden, sind einige Arten besonders berüchtigt. So ist die aus Kalifornien eingewanderte San-José-Schildlaus in unseren Breiten ohne Fressfeinde, was ihre rasche Ausbreitung begünstigt. Sie findet sich vor allem auf Obstbäumen. Die Deckelschildlaus saugt nicht nur Pflanzensaft aus, sondern gibt gleichzeitig in die Wirtspflanze Giftstoffe ab, die diese zusätzlich schädigen. Die Maulbeerschildlaus, die vor allem Beerensträucher befällt, hinterlässt eine Schimmel gleichende Schicht auf der gesamten Pflanze.

Schildlausbefall erkennen

Da Schildläuse auf den Unterseiten der Blätter haften und sehr klein sind, fällt ihr Befall häufig erst nicht direkt ins Auge. Die meisten Pflanzenbesitzer bemerken zuerst den Honigtau, der die Pflanze, umliegende Möbel und ähnliche Dinge verklebt. Wenn sich auf diesem zuckerhaltigen, klebrigen Saft Rußpilze ablegen, sticht er umso mehr ins Auge. Diese Schimmelpilze schaden der Pflanze nicht direkt, aber verdecken die Blätter und behindern so die Fotosynthese. Bei starkem Schildlausbefall können die Blätter auch einen welken Eindruck machen. Auch das verstärkte Vorkommen von Ameisen weist auf einen Schildlausbefall hin.

Besteht Verdacht auf Schildlausbefall, so begutachten Sie die Pflanze genau und am besten mit einer Lupe. Die Schildläuse sitzen meistens auf der Unterseite der Blätter oder an den Blattansätzen. Besonders von Schildlausbefall bedrohte Pflanzen sind:

  • Orchideen
  • Zitruspflanzen
  • Palmen
  • Ficus
  • Lorbeer
  • Sukkulenten
  • Obstbäume

Schildlausbefall vorbeugen

Gesunde Pflanzen verfügen über starke Abwehrkräfte, mit denen sie Schädlinge wie Schildläuse fernhalten können. Das beste Mittel zur Verhinderung von Schildlausbefall ist deswegen, sich um die Gesundheit der Pflanzen zu kümmern. Je nach Pflanze muss der richtige Standort, die korrekte Düngung und Wässerung gewählt werden. Auch ein Umtopfen, das Verhindern von Staunässe und andere geeignete Mittel zur Unterstützung der Pflanzengesundheit tragen dazu bei, vor Schädlingen zu schützen. Bei Obstbäumen im Garten können eine intensive Rindenpflege und ein Stammanstrich helfen, den Befall zu verhindern.

Häufig werden Zimmerpflanzen befallen, wenn von draußen eingeschleppte Schildläuse im Winterquartier von Pflanze zu Pflanze wandern. Begutachten Sie deshalb Pflanzen gründlich, bevor Sie sie im Herbst ins Warme holen. Sollten Sie Schildlausbefall feststellen, trennen Sie befallene Pflanzen unbedingt räumlich von gesunden Pflanzen.

Natürliche Bekämpfungsmethoden und Fressfeinde

Ist eine Pflanze nur leicht befallen, so können bereits einfache Hausmittel helfen, die Schildläuse zu entfernen. So können Sie versuchen, die Schildläuse abzuwischen oder abzubürsten. Verwenden Sie dazu einen Lappen und eine Zahnbürste sowie eine Mischung aus zwei Litern Wasser, 30 Millilitern Brennspiritus und 30 Gramm Schmierseife. Seien Sie gründlich, da bereits eine übersehene Schildlaus Hunderte neue Larven hervorbringen kann. Das Abduschen mit dem Wasserstrahl, das bei Blattlausbefall empfohlen wird, ist wegen der schützenden Schilde nicht wirkungsvoll. Tauschen Sie nach der Bekämpfung außerdem die Erde aus. Zur Stärkung der Pflanze können Sie diese außerdem mit einem Sud aus Brennnessel, Knoblauch oder Rainfarn absprühen.

Nützlinge

Auch die meisten Schildlausarten haben Fressfeinde. Je nach Art können es Schlupfwesen, Marienkäfer oder Ohrwürmer sein, die den Schutzschild der Laus knacken und diese verzehren können. Sobald ein Experte Ihnen mitgeteilt hat, welche Nützlinge sich zur Bekämpfung eignen, können Sie deren Präsenz in Ihrem Garten fördern. So können Sie Ohrwürmern mit einem Ohrwurmhotel bei der Überwinterung helfen. Blumenwiesen und kleine Ecken des Gartens, die nicht oft gemäht werden, helfen der Insektenwelt ebenso, sich bei Ihnen heimisch zu fühlen. Verzichten Sie außerdem auf Pestizide, die Nützlinge schädigen könnten. Sollten sich in Ihrem Garten die gewünschten Nützlinge nicht einstellen, dann können diese auch gezielt eingebracht werden.

Synthetische Bekämpfungsmittel

Bei starkem Befall genügen Hausmittel und Nützlinge oft nicht mehr. Dann müssen Sie stärkere Geschütze auffahren. Besonders bewährt haben sich hier Ölpräparate, die den Schutzpanzer der Schildläuse zerstören oder sie ersticken. So können Sie die Pflanze mit Rapsöl besprühen oder die Schildläuse gezielt mit Orangenöl oder Teebaumöl mit einem Wattestäbchen betupfen. Diese Behandlung sollte mehrfach im Wochentakt wiederholt werden. Beachten Sie außerdem, dass Ölpräparate auch der Pflanze schaden können. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Experten, prüfen Sie die Verträglichkeit an einem einzelnen Blatt und schützen Sie die Pflanze nach der Behandlung einige Tage vor direkter Sonneneinstrahlung.

Bei Topfpflanzen können Sie außerdem die Pflanze mit Pflanzenschutzstäbchen behandeln. Diese geben Neonicotinoide ab, die von den Wurzeln der Pflanze aufgenommen werden. Die den Pflanzensaft trinkenden Schildläuse werden so vergiftet. Allerdings können diese Stoffe auch anderen Insekten schaden und stehen im Verdacht, für das Bienensterben verantwortlich zu sein. Die Verwendung außerhalb von Töpfen ist deswegen nicht erlaubt.

Wenn alles nichts hilft, sollten Sie sich von den befallenen Pflanzen trennen, bevor weitere Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen werden. Entsorgen Sie die Pflanzenabfälle und die Blumenerde sorgfältig und nicht im Komposthaufen.

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