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Renovierung bei Auszug
Das sollten Mieter wissen

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Renovierung: Wann muss ich als Mieter meine Wohnung renovieren

Letzte Aktualisierung am

Für die Renovierung beim Auszug ist der Mieter selbst zuständig – den Anschein zumindest erwecken viele Mietverträge. Vermieter wollen dadurch sogenannte Schönheitsreparaturen wie zum Beispiel Streichen auf den Mieter übertragen. Doch nicht immer ist der Mieter deshalb auch zur Renovierung der Wohnung verpflichtet. Das ist nämlich rechtlich an einige Vorgaben gebunden.

In Kürze

  • Bestimmte Klauseln im Mietvertrag verpflichten den Mieter zur Renovierung
  • Die Gültigkeit der Klauseln richtet sich nach den Formulierungen
  • Entscheidet ist auch, ob die Wohnung renoviert übergeben wurde
  • Durch eine Kleinreparaturklausel muss der Mieter sich an Kleinreparaturen beteiligen

Besondere Klauseln im Mietvertrag

Grundsätzlich ist der Vermieter selbst für die Instandhaltung und Reparatur des Wohnobjektes verantwortlich. Durch gewisse Klauseln kann der Vermieter jedoch bestimmte sogenannte Schönheitsreparaturen auf den Mieter abwälzen. Er kann auch eine Kostenbeteiligung bei Kleinreparaturen von ihm fordern – sofern diese Klauseln auch richtig formuliert und zulässig sind. Sollte dies nicht der Fall sein, kann die Klausel von Gerichten als ungültig erklärt werden. Dies kann unter anderem dann eintreten, wenn die Klauseln den Mieter stark benachteiligen.

Grundsätzlich ist auch entscheidend, ob die Wohnung bei der Anmietung renoviert übergeben wurde beziehungsweise eine Ausgleichszahlung zur Renovierung an den neuen Mieter gezahlt wurde. Sollte dem nicht so sein, können auch keine Renovierungs- oder Kleinreparaturklauseln im Mietvertrag untergebracht werden. Darüber hatte in der Vergangenheit der Bundesgerichtshof (BGH) mehrere Urteile gefällt. Bei unrenovierten Wohnungen könnte es nämlich dazu kommen, dass der Mieter die Wohnung beim Auszug in einem besseren Zustand übergeben müsste, als er sie vorgefunden hatte. Ob die Wohnung als renoviert gilt, definiert sich dadurch, dass die vorhandenen Gebrauchsspuren so gering sind, dass die Wohnung einen renovierten Eindruck erweckt.

Achtung: Bei Mängeln und Schäden am Wohnobjekt gelten Schadensersatzansprüche. Diese verjähren jedoch innerhalb von sechs Monaten nach der Übergabe der Wohnung.

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Art der Beschreibung im Mietvertrag entscheidend

Die Pflichten des Mieters zur Renovierung können durch sogenannte Renovierungsklauseln im Mietvertrag geregelt werden. Das ist auch durchaus zulässig, allerdings ist die jeweilige Formulierung entscheidend.

Starre Renovierungsklauseln sind nach den Urteilen des BGH nicht mehr wirksam, denn diese würden oft auch Renovierungen einfordern, obwohl es noch nicht nötig wäre. Eine starre Renovierungsklausel erkennt man durch die Kopplung an strenge Fristen wie beispielsweise “spätestens alle X Jahre muss gestrichen werden”. Ein weiteres Indiz sind Formulierungen wie “immer” oder “mindestens”. Ziel der Urteile ist es den Mieter soweit zu entlasten, dass er nur das renovieren muss, was auch durch sein Wohnen in dem Objekt verschleißt.

Dementsprechend sind flexible Renovierungsklauseln im Mietvertrag aber möglich. Diese zeichnen sich dadurch aus, keine starren Fristen zur Renovierung des Wohnobjekts vorauszusetzen. Solche Klauseln sind erkenntlich an Formulierungen wie “nach Bedarf”. Mieter müssen also nur dann renovieren, wenn auch sichtbare Verschleißerscheinungen auftreten, also Renovierungsbedarf besteht.

Zu den Schönheitsreparaturen beziehungsweise Renovierungsmaßnahmen, die der Mieter durch solche Klauseln dann übernehmen müsste, zählen beispielsweise Streichen oder Tapezieren.

Renovierung beim Auszug aus der Wohnung?

Ähnlich wie bei den generellen Klauseln für Renovierungen und Schönheitsreparaturen, kommt es auch bei Klauseln zur Endrenovierung vor dem Auszug einer Wohnung auf die im Mietvertrag niedergeschriebene Formulierung an. Hier ist ebenfalls der Abnutzungszustand entscheidend. Eine unbedingte Endrenovierungspflicht ist zwar unzulässig, Mieter müssen die Wohnung jedoch am Ende so übergeben, dass sie auch wieder vermietbar ist.

Der BGH hat ebenfalls darüber entschieden, dass die Renovierungsarbeiten im Mietobjekt nicht von einem Fachbetrieb übernommen werden müssen, solange sie fachgerecht ausgeführt werden. Sollte man sich selbst jedoch nicht in der Lage dazu fühlen, ist es dennoch besser einen professionellen Handwerker zu beauftragen. So kann man späteren Streitigkeiten vorbeugen. Unprofessionell und unsauber ausgeführte Arbeiten muss der Vermieter nämlich nicht akzeptieren.

Wann Mieter sich an Kleinreparaturen beteiligen müssen

Neben der Renovierungsklausel kann der Mietvertrag auch eine Kleinreparaturklausel enthalten. Eine solche Klausel verpflichtet den Mieter dazu einige Reparaturmaßnahmen bis zu einem gewissen Kostenrahmen selbst zu übernehmen. Dieser Kostenrahmen ist jedoch nicht gesetzlich geregelt. Allerdings ist auch eine Kleinreparaturklausel an Bedingungen geknüpft. Sie darf sich beispielsweise nur auf Objekte in der Mietwohnung beziehen, die der Bewohner regelmäßig und häufig benutzt wie beispielsweise Lichtschalter oder Türgriffe. Die maximal zu zahlende Höchstsumme an Selbstbeteiligungen muss jedoch ebenfalls begrenzt sein.

Mietvertrag also richtig lesen

Da die Verpflichtungen des Mieters so eng an die Klauseln im Mietvertrag gekoppelt sind, schadet es also nicht diese genau zu lesen und zu prüfen, ob sie auch zulässig sind. Sollte eine solche Klausel nicht im Mietvertrag enthalten sein oder keine gültigen Formulierungen enthalten, ist der Mieter auch nicht gezwungen Renovierungs- oder Kostenbeteiligungsforderungen nachzukommen. Gleiches gilt auch für Reparaturen, die der Vermieter zahlen muss.

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