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Lärmschutz: Schall aus der eigenen Wohnung reduzieren

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Mit ein paar Maßnahmen, kann man den Lärmschutz im eigenen Zuhause reduzieren.

Wer in einem Mehrfamilienhaus Wand an Wand mit den verschiedensten Menschen wohnt, bekommt manchmal mehr von seinen Nachbarn mit als er möchte. Gleichzeitig dringt natürlich auch aus der eigenen Wohnung mitunter Schall und Lärm zu den Nachbarn herüber. Lärmbelästigung und Ruhestörung zählen zu den häufigsten Gründen für Nachbarschaftsstreits. 

Was kann man also tun, um für einen besseren Lärmschutz aus der eigenen Wohnung zu sorgen? Wir haben Tipps für Sie, um den Lärm, der aus Ihrer Wohnung kommt, zu verringern und den Hausfrieden möglichst zu bewahren. 

1. Nachträgliche Schalldämmung im Wohnhaus

Ein beliebter Tipp um die Lärmbelästigung zu verringern: Sorgen Sie gleich beim Bau für eine entsprechende Schalldämmung. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Der Großteil der Baumaßnahmen in Deutschland findet nämlich nicht an Neubauten, sondern im Baubestand statt.

Generell tritt das Problem mit der Hellhörigkeit aber eher selten in neuen Immobilien auf, da hier ohnehin von vornherein für eine gute Wärme- und Schalldämmung gesorgt wird. Gerade in älteren Wohngebäuden ist die Dämmung hingegen oft unzureichend und die Wände sind sehr dünn. Das Problem mit der Lautstärke tritt in der Regel also vor allem hier auf. Natürlich ist es auch in einem älteren Haus möglich, für eine nachträgliche Schalldämmung zu sorgen. Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel Vorsatzschalen, der Austausch von alten Fenstern und Türen oder die Dämmung der Decke an, allerdings ist das natürlich mit teils sehr aufwendigen Renovierungs- und Umbaumaßnahmen verbunden, die das gesamte Haus betreffen. 

Gerade als Mieter ist es dann mitunter gar nicht so leicht für eine nachträgliche Schalldämmung zu sorgen. Zwar ist der Vermieter dazu verpflichtet, für den nötigen Schallschutz in den vermieteten Wohnungen zu sorgen – inwiefern dieser allerdings aussehen muss, ist abhängig von den Bestimmungen, die zum Zeitpunkt galten als das Gebäude errichtet wurde, wie der Bundesgerichtshof im Jahr 2010 urteilte (Az.: VIII ZR 85/09). Ein nachträglicher Schallschutz fällt also nicht unter diese Verpflichtung. Als Mieter können Sie nur in den seltensten Fällen selbst bauliche Veränderungen anordnen. Mit dünnen Wänden und einer schlechten Schallisolierung werden Sie daher mitunter leben müssen.

Stattdessen können Sie aber selbst durch einige kleinere oder größere Maßnahmen für einen besseren Schallschutz in der von Ihnen bewohnten Wohnung sorgen. 

2. Trittschalldämmung

Vor allem Schritte sind eine nicht zu unterschätzende Lärmquelle – Gerade bei den Nachbarn über einem selbst hat man manchmal das Gefühl jeden Schritt mitverfolgen zu können. Häufig liegt das an einer fehlenden Trittschalldämmung. Wird keine Dämmunterlage verwendet, entsteht gerade bei härteren Bodenbelägen wie Fliesen, Parkett oder Laminat stets Trittschall. Grund dafür ist die Berührung des Bodens mit dem darunter liegenden Estrich an der Stelle, an der man auftritt. 

Will man also vermeiden, dass es den Nachbarn in der unten liegenden Wohnung genauso ergeht, sollte man für eine entsprechende Trittschalldämmung sorgen. Bestenfalls geschieht das von vornherein beim Verlegen des Fußbodens, man kann eine Trittschalldämmung jedoch auch nachträglich einbauen lassen. Von Polyethylen-Schaumstoff über Kork bis hin zu Holzfasern stehen dabei verschiedene Dämm-Materialien zur Verfügung. Welche, die beste Trittschalldämmung ist, hängt in der Regel vom jeweiligen Bodenbelag ab. Entscheidend ist allerdings die Dämmung richtig zu verlegen, da mitunter bereits kleine Schallbrücken die Dämmwirkung verschlechtern können. 

Wer statt eines harten Bodenbelags einen Teppichboden verlegt, sorgt mit diesem bereits für einen gewissen Schallschutz. Hier ist meist nur eine dünne Trittschalldämmung darunter nötig. 

Mitunter können gerade ältere Holzböden unabhängig von der Trittschalldämmung für eine stärkere Lärmentwicklung sorgen. Da das Holz arbeitet, kann es sich mit der Zeit zusammenziehen, was gegebenenfalls für kleine Risse, gelockerte Nägel oder sogar Brüche sorgen kann. Erfahrene Tischler können hier für Abhilfe sorgen, indem sie Hohlräume unter oder zwischen den Dielen beseitigen, Schrauben austauschen und den Holzboden restaurieren. 

3. Mehr Textilien

Natürlich gibt es auch Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass weniger Geräusche aus der eigenen Wohnung zu den Nachbarn dringen, ohne bauliche Maßnahmen zu ergreifen. Eine dieser Möglichkeiten ist es, mehr Textilien in der Wohnung zu verlegen, aufzustellen oder zu -hängen. Geräusche prallen an großen, glatten Flächen – wie zum Beispiel den Wänden – einfach ab und werden von diesen reflektiert, sodass der Luftschall durch den Nachhall mitunter sogar noch lauter wirkt.

Gerade Textilien können hier für eine bessere Schallabsorption sorgen. Wer in seiner Wohnung Teppiche auslegt, Gardinen aufhängt und Polstermöbel aufstellt, trägt automatisch zu einem besseren Schallschutz bei. Grundsätzlich gilt dabei, je mehr, desto besser. Vor allem in Räumen mit relativ hoher Lärmentwicklung wie beispielsweise Wohn- oder Kinderzimmer sollten Sie für möglichst viele textile Flächen sorgen. Mitunter stehen sogar spezielle Textil-Überspannungen für Möbel oder Wände zur Verfügung, die sie an den zur Nachbarwohnung angrenzenden Wänden anbringen können. 

4. Leisere Haushaltsgeräte

Vor allem ältere Haushaltsgeräte verursachen meist mehr Lärm. Grundsätzlich muss man mit den Geräuschen von Haushaltsgeräten wie dem Staubsauger oder der Waschmaschine leben – Berufstätige Mieter dürfen letztere beispielsweise sogar in Ausnahmefällen auch außerhalb der Ruhezeiten nach 22 Uhr benutzen ohne, dass es sich dabei um eine Ruhestörung handeln würde.

Nervig können die von den Haushaltsgeräten erzeugten Geräusche aber dennoch sein. Das heißt natürlich nicht, dass sofort alle Geräte ausgetauscht werden müssen. Wer aber für mehr Ruhe aus seiner Wohnung sorgen möchte, sollte auf lange Sicht darüber nachdenken, die Haushaltsgeräte zu erneuern. In der Regel sind moderne Geräte bereits deutlich leiser als die Altmodelle – einige verursachen selbst im laufenden Betrieb kaum Geräusche. Wollen Sie also neue, leise Haushaltsgeräte kaufen, sollten Sie vor allem auf das Energielabel achten. Neben den Energieeffizienzklassen können Sie hier auch Informationen zur Lautstärke des Gerätes erhalten. Ein besonderer Pluspunkt kann das Prüfzeichen „Blauer Engel“ sein. Dieses steht nur für besondere Energieeffizienz und eine gute Ökobilanz, es kennzeichnet auch Geräte, die besonders leise arbeiten. 

5. Möbel richtig anordnen

Auch die Möbel können die Akustik in einzelnen Räumen stark verändern. Wer schonmal in einem komplett leeren, unmöblierten Zimmer stand, wird bemerkt haben, wie viel lauter Geräusche wirken. Hier ist ebenfalls die Reflektion des Körperschalls durch die glatten Wandflächen für die verstärkte Lärmentwicklung verantwortlich. Möbel können hier ein gutes Mittel sein, um für Schallunterbrechungen zu sorgen. Sowohl kleinere Möbelstücke wie Beistelltische als auch Pflanzen und natürlich auch große Möbel können die Raumakustik dementsprechend stark beeinflussen. Gerade in größeren Räumen sollten daher einige Möbelstücke Platz finden. 

Entscheidend ist außerdem die Möbel richtig anzuordnen. Wollen Sie, dass weniger Schall zu den Nachbarn herüberdringt, ist eine gute Planung wichtig. Stellen Sie deshalb große Möbelstücke, wie zum Beispiel den Kleiderschrank, die Schrankwand oder das Bücherregal an die Wand, die sie von Ihrem Nachbarn trennt. Mit Bildern und Regalen an der entsprechenden Wand, lässt sich dieser Effekt mitunter noch verstärken. Nicht zu vergessen ist allerdings jeweils ein paar Zentimeter Abstand zur Wand zu lassen. Ohne Luftschicht zwischen Möbelstück und Wand würden vor allem große Möbel zu stark mitschwingen und den Körperschall zusätzlich weitergeben. 

6. Schallabsorber einsetzen

Wer ein Instrument spielt, gerne regelmäßig laute Musik über eine Subwoofer-Anlage hört oder auch sonst mit einer stärkeren Geräuschentwicklung aus der eigenen Wohnung rechnet, kann die eigenen Nachbarn mit sogenannten Schallabsorbern besser vor Schall schützen. Sie bestehen in der Regel aus Schaumstoff, da dieses Material die Eigenschaft besitzt, den Schall aufzufangen statt ihn weiterzugeben. 

Optisch hat man bei diesen Schallabsorbern verschiedene Optionen. Da die Objekte aus Schaumstoff in der Regel nicht wirklich dekorativ sind, haben Sie verschiedene Möglichkeiten um sie dennoch passend in die Raumgestaltung einzubinden. Neben recht dezenten Trennwänden, die das Material enthalten, können Sie auch sogenannten Akustikbilder verwenden. Hier bleibt der Schallabsorber völlig unbemerkt, denn er befindet sich unmittelbar hinter den Bildern.

Bild: Andrey Popov / stock.adobe.com

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