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Elementdecke: Vorteile, Nachteile & Kosten

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Elementdecke: Filigrandeckenplatten auf einer Baustelle.

Sie sind auf der Suche nach einer Alternative zur klassischen Ortbetondecke? Dann ist eine Elementdecke genau das Richtige für Sie. Diese spezielle Deckenart ist oftmals auch unter den Bezeichnungen der Filigrandecke, Kaiserdecke, Gitterträgerdecke oder Halbfertigdecke geläufig.

Dabei handelt es sich bei dieser besonderen Deckenart um eine höchst individualisierte Fertigteildecke, die aus einzelnen Elementplatten besteht. Diese Platten werden in einer Fabrik maßgeschneidert für jedes Bauobjekt vorgefertigt. Hierfür wird Stahlbeton verwendet, der zu Stahlbetonelementen verarbeitet wird, die eine Dicke von vier bis sieben Zentimetern aufweisen. Nachdem die Elementplatten gefertigt wurden, werden diese mit einem präzisen Lageplan auf die Baustelle geliefert. Dies garantiert, dass auch wirklich jedes Fertigteil an seinem vorgesehenen Platz montiert wird. Im Anschluss an die Deckenmontage wird die Decke gegebenenfalls mit weiterem Beton übergossen, wobei von der sogenannten Ortsbetonergänzung die Rede ist. Ob eine Ortsbetonergänzung notwendig ist oder nicht, ist von der letztendlichen Spannweite sowie der späteren Belastung der Decke abhängig und wird von den verantwortlichen Architekten, Statikern sowie dem Hersteller der Elementplatten beschlossen.

Nach Abschluss dieser Schritte und einer möglichen Ortsbetonergänzung beträgt die Dicke der Filigrandecke meist zwischen zwölf und 40 Zentimetern.

Eigenschaften einer Elementdecke

Die einzelnen Elemente einer Kaiserdecke sind standardgemäß 2,40 Meter breit, wobei auf dem Bau meist auf drei Meter breite Elementplatten zurückgegriffen wird. Demnach können die Elemente in unterschiedlicher Breite angefertigt werden, wobei der maximale Wert bei 4,50 Metern liegt. Die Länge der einzelnen Platten wird hingegen auf die konkreten Maße des jeweiligen Objektes abgestimmt. Dabei beträgt die maximal mögliche Herstellungslänge 14 Meter. Neben diesen Längen- und Breitenmaßen verfügen die einzelnen Stahlbetonplatten eine Dicke von vier bis sieben Zentimetern. Welche Dicke die richtige für Ihr Bauprojekt ist, ist von der Betondeckung sowie dem Bewehrungsdurchmesser abhängig. Um hierbei die richtige Auswahl zu treffen, stehen Ihnen Architekten, Statiker oder die Hersteller von Fertigteildecken gerne beratend und helfend zur Seite.

In Anbetracht ihres Aufbaus verfügt die Filigrandecke an ihren äußeren Rändern, die zum Mauerwerk hinzeigen, über eine leichte Schräge. Zudem sind an dieser Stelle auch Dreikantleisten verbaut, wobei es sich um Leisten handelt, die wie lang gezogene Dreiecke aussehen. Des Weiteren verfügt die Filigrandecke über eine untere Bewehrung, welche die Tragfähigkeit der Decke erhöht. Konkret handelt es sich bei der Bewehrung daher um eine Verstärkung, die mithilfe von verschweißtem Betonstahl aus Baustahlmatten und Gitterträgern hergestellt wird. Die Gitterträger finden Sie auch an der Oberseite der Elementplatten wider, wo dieser ebenfalls angebracht wird. Dabei wird der Gitterträger an dieser Stelle grundsätzlich aus einem Obergurtstab sowie zwei einbetonierten Untergurtstäben hergestellt, die mithilfe einer Diagonalen verbunden werden. Diese Diagonale zwischen dem Obergurtstab und den beiden Untergurtstäben ermöglicht bei der Montage eine erleichterte Verbindung der vorgefertigten Elementplatten mit Ortsbeton. Um dabei eine möglichst lange Haltbarkeit für diese Verbindung zu erreichen, sollten die einzelnen Elementplatten außerdem über eine raue Oberflächenbeschaffenheit verfügen.

Da die einzelnen Elementplatten einer Kaiserdecke Fertigteile sind, können auf Wunsch auch Leerrohre, Wärmedämmung, Aussparungen, Elektrodosen oder individuelle Ausschnitte in diese eingebaut werden. Dadurch lassen sich unter anderem Wäscheabwurfschächte oder Zentralstaubsauger später viel leichter umsetzen. Wichtig ist hierbei, dass diese notwendigen Aussparungen bereits im Rahmen der Deckenplanung berücksichtigt werden.

Einsatzmöglichkeiten einer Elementdecke

Die Einsatzmöglichkeiten einer Kaiserdecke sind äußerst vielseitig und grenzenlos. Demnach können Elementdecken in der Garage, im Wohnungs- und Hausbau, bei Büro- und Geschäftsgebäuden sowie im Agrarbereich angewandt werden. Folglich sehen sich Architekten und Bauherren mit einer Planungsvielfalt konfrontiert, die ihnen einen fast grenzenlos erscheinenden Spielraum zur Verfügung stellt.

Ist die Filigrandecke erst einmal angebracht, stehen Ihnen weitere gestalterische Elemente zur Verfügung, mit denen Sie Ihre neue Decke ganz nach Ihren persönlichen Vorstellungen verschönern können. Diesbezüglich eignet sich unter anderem das Einziehen einer Spanndecke.

Vorteile einer Elementdecke

Im Vergleich zur klassischen Ortsbetondecke weist eine Kaiserdecke zahlreiche Vorteile auf. Hierzu zählt unter anderem die Arbeitskostenminimierung. Denn aufgrund der vorgefertigten Elementplatten fallen vor Ort auf der Baustelle aufwendige Verschalungsarbeiten sowie die Kosten für die Schalung, deren Transport und deren schlussendliche Reinigung weg.

Außerdem weisen die einzelnen Elementplatten eine hohe Produktqualität auf, da diese während der Fertigung ständigen Qualitätskontrollen unterzogen werden. Dadurch ist auch garantiert, dass die Elementdecke am Ende höchsten Ansprüchen gerecht wird und neben einer guten Wasser- und Winddichtheit auch eine optimale Schalldämmung sowie eine hohe Erdbeben- und Feuerwiderstandsfähigkeit aufweist.

Des Weiteren bietet Ihnen der Einbau einer Kaiserdecke vielfache Flexibilität. So können Sie im Zuge der Deckenplanung bereits notwendige Aussparungen, Ausschnitte, Elektrodosen, Wärmedämmelemente oder Leerrohre mit einplanen. Diese werden dann bei der Deckenfertigung berücksichtigt und an der jeweiligen Stelle in die Decke integriert. Folglich werden nachträgliche Bohrungsarbeiten nicht mehr benötigt. Weitere Flexibilität erhalten Sie durch die individuelle Herstellung der Decke, die genau nach Maß angefertigt wird.

Sollten vor Ort noch Anpassungsarbeiten nötig sein, ist dies kein Problem. Denn die vorgefertigten Elementplatten können auch noch auf dem Bau flexibel an die vorherrschenden Gegebenheiten angepasst werden. Außerdem zeichnet sich der gesamte Prozess, angefangen bei der Planung bis hin zur schlussendlichen Montage der Filigrandecke, durch eine besondere Schnelligkeit aus. Dies liegt unter anderem daran, dass sowohl die Herstellung der einzelnen Elementplatten, wie auch deren Einbau, weitestgehend wetterunabhängig ist. Hinzu kommt eine kurze Bauzeit, da die vorgefertigten Einzelteile auf der Baustelle dank ihres ausgeklügelten Systems leicht zum Verlegen sind. Auch ein erstellter Lageplan, der genau besagt, welches Element an welche Stelle kommt, erleichtert und beschleunigt die Montage einer Elementdecke deutlich.

Somit überzeugt eine Elementdecke durch zahlreiche Vorteile, die hier nochmals im Überblick dargestellt sind:

  • Minimierung der Arbeitskosten
  • hohe Produktqualität durch Qualitätskontrollen
  • Flexibilität (Einbau von Aussparungen und anderen Elementen, individuelle Herstellung)
  • Schnelligkeit des gesamten Bauprozesses

Nachteile einer Elementdecke

Das Bauvorhaben einer Kaiserdecke bringt lediglich in Anbetracht des Transportes sowie beim Einsetzen der einzelnen Deckenelemente Herausforderungen mit sich. Denn aufgrund des hohen Eigengewichtes der einzelnen Platten wird meist ein Kran benötigt, um diese auf der Baustelle an ihrem vorgesehenen Platz einsetzten zu können. Sollte es sich zudem noch um besonders lange Elementplatten handeln, wird zusätzlich zum Kran noch ein Spezialtransporter benötigt, um die Kaiserdecke sicher und unversehrt von der Herstellerfirma zur Baustelle bringen zu können.

Abgesehen von diesen kleinen Herausforderungen überwiegen bei einer Elementdecke die Vorteile deutlich gegenüber den Nachteilen. Diese positiven Eigenschaften machen diese spezielle Deckenart zu einer guten Alternative einer klassischen Ortsbetondecke.

Was kostet eine Elementdecke?

Wie hoch die Kosten für eine Kaiserdecke ausfallen, ist von der Größe des jeweiligen Bauvorhabens abhängig. Grundsätzlich können Sie jedoch mit folgenden Kosten kalkulieren:

Bauelement

Kosten

Bewehrung

5-10 % des Gesamtpreises

Baustahlmatten

1,50 -2,00 € pro Kilogramm

Beton

135,00 € pro Kubikmeter

Zu diesen grundlegenden Bauelementkosten kommen zusätzlich noch die Lohnkosten für den Kranführer sowie die Fachleute auf der Baustelle hinzu. Auf Grundlage dieser einzelnen Positionen belaufen sich die Kosten für eine Elementdecke in der Größe von 60 Kubikmetern auf etwas weniger als 10.000 Euro. Ausgeschlossen von dieser Kalkulation sind mögliche Liefer- und Fahrtkosten, die nochmals on top kalkuliert werden müssen.

Demnach handelt es sich bei einer Filigrandecke um eine kostengünstigere Alternative einer klassischen Ortsbetondecke, deren Preis sich auf etwa 10.200 Euro beläuft.

Bild: aka111 / stock.adobe.com

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