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Fachwerkhaus: Wohnen inmitten lebendiger Geschichte

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Das Fachwerkhaus ist eine alte Bauart mit historischem Charme

Gemütlich und mit einem besonderen Charme versprüht das Fachwerkhaus einen Hauch von Nostalgie. Wir verbinden die Bauart vor allem mit historischen Altstädten oder Mittelalterdörfern, schließlich war das Fachwerk bis ins 19. Jahrhundert hinein die vorherrschende Bauweise in Mitteleuropa. Doch Fachwerkhäuser sind nach wie vor beliebt – und entstehen teilweise sogar noch als Neubau in Form von Fertighäusern.

Doch, ist es sinnvoll ein neues Fachwerkhaus zu bauen oder einen Altbau zu kaufen? Wir zeigen, was ein Fachwerkhaus überhaupt ausmacht und welche Vor- und Nachteile es bietet.

Die Merkmale des Fachwerkhauses

Das Name des Fachwerkhauses leitet sich von seiner Bauart dem Holzfachwerk im Hochbau ab. Der Zimmerer errichtet dabei ein Holzgerüst mit Zwischenräumen in Skelettbauweise. Den Rohbau stellt das Holzgerüst aus tragenden Bauelementen dar. Die Zwischenräume zwischen den Holzbalken werden auch als Gefache bezeichnet und mit Lehm, einem verputzten Holzgeflecht oder Mauerwerk ausgefüllt. Zu den verwendeten Holzarten gehören hauptsächlich Eichenhölzer wie Stieleiche oder Nadelhölzer wie Tanne. In der Regel wird das Rundholz zu einstieligen Balken behauen, bevor es verbaut wird.

Grundsätzlich wird die Holzkonstruktion seit dem Mittelalter auf einem Steinsockel als Fundament errichtet und von einer Fußschwelle umgeben. Als Dachkonstruktion verbaute man meist ein Sparrendach. Die dominierenden Dachformen hingegen waren Satteldächer oder Mansarddächer. Nicht selten findet man auch Dachgauben auf den Dächern eines Fachwerkhauses. Die Holzbalken sind oft aufwendig verziert und geben manchmal sogar Rückschlüsse darauf, wer der Bauherr war, beispielsweise in Form des Zunftsymbols.

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Historisches Fachwerkhaus kaufen

Wer Geschichte hautnah erleben möchte und sich nach einer individuellen Optik beim eigenen Haus sehnt, hat vielleicht schonmal darüber nachgedacht, ein waschechtes, historisches Fachwerkhaus zu kaufen. Die meisten stehen unter Denkmalschutz, dementsprechend lässt sich ein altes Fachwerkhaus nicht komplett umbauen, trotzdem bestehen vielfältige Möglichkeiten zur Individualisierung und Modernisierung zur Verfügung.

Gleichzeitig ergeben sich hier auch nicht selten die typischen Kostenfallen eines Altbaus wie fehlende Dämmung, veraltete Leitungen oder Feuchtigkeit in der Bausubstanz. Als Käufer muss man meist erstmal viel investieren, bevor das Haus bewohnbar ist oder als Büro genutzt werden kann, sofern das Fachwerkhaus zuvor nicht saniert wurde. Zu den nötigen Maßnahmen für die Altbausanierung bei einem Fachwerkhaus gehören in der Regel:

Für die energetische Modernisierung gibt es finanzielle Förderung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt beispielsweise zinsgünstige Kredite zur Renovierung und Sanierung historischer Gebäude.

Zwar hat Deutschland je nach Stadt und Region noch verhältnismäßig viele Fachwerkhäuser, die meisten sind jedoch bereits in Privatbesitz oder so verputzt, dass man die besondere Bauart kaum mehr erkennt. So ist es zwar schwierig das eigene Fachwerkhaus zu finden, dafür kann man einen ganz besonderen, individuellen Haustypen sein eigen nennen, wenn man es geschafft hat.

Was spricht für ein Fachwerkhaus, was dagegen?

Ob es sich lohnt ein altes Fachwerkhaus zu kaufen, hängt natürlich von den persönlichen Bedürfnissen ab. Sinnvoll ist es zunächst einen Blick auf die Vor- und Nachteile von Fachwerkhäusern zu schauen.

Vorteile Fachwerkhaus

  • Historisches Flair
  • Individuelle Bauart
  • Gemütliche Balkenkonstruktion im Inneren
  • Zum Teil Zuschüsse bei der Sanierung eines Fachwerkhauses

Nachteile Fachwerkhaus

  • Oft mehrere Baumängel
  • Nicht selten Schädlingsbefall an der Holzkonstruktion
  • Kleine Räume und niedrige Decken
  • Durch viele Fugen gute Dämmung nötig
  • Hohe Sanierungskosten

Es zeigt sich also, dass der Kauf eines alten Fachwerkhauses vor allem für Liebhaber historischer Bauten geeignet ist. Ein Fachwerkhaus bietet hier ein ganz besonderes Wohngefühl.

Aufgrund der hohen Kosten, mit denen es verbunden ist, ein Fachwerkhaus zu sanieren und der Tatsache, dass man zum Teil in der Ausgestaltung des eigenen Wohnraums sehr eingeschränkt ist, sollte man sich aber vollkommen sicher sein bevor man den Kauf eines Fachwerkhauses tätigt.

Das Fachwerkhaus als Neubau

Man kann auch ein Fertighaus im Fachwerk errichten

Ein modernes Fertighaus im Fachwerk errichtet

Eine weitere Möglichkeit, um ein Fachwerkhaus sein Eigen nennen zu können, ist selbst eins zu bauen. Die den historischen Fachwerkhäusern nachempfundenen Neubauten werden inzwischen in Holzrahmenbauweise oder Holzständerbau errichtet und stehen modernen Häusern heutzutage in nichts mehr nach.

Einige Anbieter von Fertighäusern, haben auch Fachwerkhäuser im Angebot. Im Gegensatz zu ihren historischen Vorfahren werden diese allerdings von vornherein von innen gedämmt und energieeffizient vorgefertigt. Der Neubau eines Einfamilienhauses als Fachwerkhaus bietet deutlich mehr Gestaltungsfreiheit als ein bestehender Altbau, kann jedoch nicht unbedingt mit dem geschichtsträchtigen Ambiente aufwarten.

Selbst ein Fachwerkhaus zu bauen und in der Bauplanung ein Fertighaus als Bauart auszuwählen, kommt preislich ungefähr den Kosten für einen normalen Neubau gleich. Für die besondere Architektur sollte man je nach Anbieter allerdings doch etwas mehr Geld in seiner Kostenkalkulation beim Hausbau einplanen als für herkömmliche Fertighäuser. Allerdings werden Fachwerkhäuser als Neubau immer beliebter, sodass man auch von einer positiven Wertentwicklung ausgehen kann.

Insgesamt bietet ein Fertighaus im Fachwerk die Möglichkeit den historischen Stil zu würdigen, die besondere Optik zu genießen und die Tradition mit modernen Standards zu kombinieren.

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Bildquellen:
Thomas von Stetten/stock.adobe.com
henryn0580/stock.adobe.com

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