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Die Dachneigung einfach selbst berechnen

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Fotovoltaikanlage auf einem Schrägdach

Ob für die Planung von Sanierungsarbeiten, für die Vorbereitung einer Fotovoltaik– oder Solarthermieanlage oder als wichtige Kenngröße für den Hausverkauf, die Dachneigung ist neben der Grundfläche des Hauses eine wichtige Kenngröße, die jeder Hausbesitzer kennen sollte. Dennoch wissen viele Menschen nicht, welche Dachneigung bei ihrem Haus anliegt. Glücklicherweise lässt sich die Dachneigung mit einfachen Mitteln berechnen. Die dazu notwendigen Messungen können Sie entweder selbst durchführen oder einen Fachmann beauftragen. Hier erfahren Sie alles Wichtige zur Dachneigung und ihrer Ermittlung.

Maßeinheit und Arten der Dachneigung

Die Dachneigung wird in Grad angegeben. Diese Art der Steigungsmessung kennen Sie eventuell aus dem Mathematikunterricht. Sie unterscheidet sich von der prozentualen Steigungsmessung, die im Straßenverkehr üblich ist. Eine Steigung von null Grad entspricht einer vollständig ebenen Fläche, während eine Steigung von 90 Grad einer lotrechten Wand entspricht.

Bei Dächern wird zwischen Flachdächern, flachen Dächern und Steildächern unterschieden. Während ein Flachdach horizontal ist, besitzt ein flaches Dach eine Neigung von drei bis 20 Grad. Über diese Neigung hinausgehende Dächer bezeichnet man als Steildächer. In Deutschland gibt es einen klaren regionalen Trend, was die Dachneigung betrifft. Während in Norddeutschland vor allem steile Dächer vorliegen, werden die Dächer in Richtung Süden immer flacher. Grund ist, dass an den Küsten starker Regenfall vorherrscht, der an den steileren Dächern besser abfließen kann. Je nach Dachabdeckung sind unterschiedliche Dachneigungen notwendig.

Werkzeug zur Berechnung der Dachneigung

Um die Dachneigung zu berechnen, benötigen Sie ein ausreichend langes Maßband oder einen Zollstock sowie eine sicher stehende Leiter, mit der Sie bis an das Dach hinaufsteigen können. Alternativ können Sie auch mit einem Laser-Entfernungsmesser arbeiten. Diese können Sie in vielen Baumärkten oder Fachbetrieben für einige Euros pro Tag ausleihen.

Die dritte Möglichkeit, die Sie auch ohne Leiter und Laser-Entfernungsmesser durchführen können, benötigt ein Geodreieck und etwas mehr Rechenarbeit. Diese können Sie jedoch problemlos mit einem Taschenrechner mit Winkelfunktion absolvieren. Den Taschenrechner benötigen Sie ebenfalls für die abschließende Errechnung der Dachneigung.

Messpunkte bestimmen

Im Prinzip laufen beide Messmethoden darauf hinaus, die genaue Höhe und den Abstand von zwei Punkten am Dach zu bestimmten. Aus diesen kann die Dachneigung berechnet werden.

Messung mit Maßband

Um die Dachneigung mit einem Maßband zu bestimmen, steigen Sie auf eine Leiter bis zum Dach und messen Sie den Abstand mit einem Maßband. Es ist hilfreich, wenn Ihnen eine weitere Person zur Hand geht und das Maßband straff hält und auf Bodenhöhe zieht. Das Maßband muss senkrecht zum Boden stehen. Die gemessene Höhe wird notiert und die Messstelle markiert. Nun führen Sie diese Messung mindestens einen Meter versetzt an einer anderen Stelle des Daches auf die gleiche Weise durch.

Messung mit dem Laser-Entfernungsmesser

Die Messung mit dem Laser-Entfernungsmesser gestaltet sich deutlich einfacher, bedarf jedoch eines etwas überstehenden Daches. Stellen Sie sich unter das Dach und halten Sie den Entfernungsmesser lotrecht. Messen Sie nun die Höhe zum Dach und markieren Sie die Stelle. Diese Messung wiederholen Sie analog zur Messung mit dem Maßband etwa um einen Meter versetzt.

Messung mit dem Geodreieck

Um die Höhe des Dachs mit dem Geodreieck zu bestimmen, müssen Sie sich einige Meter vom Dach entfernen und das Geodreieck auf einer flachen Ebene abstellen. Peilen Sie nun über das senkrecht zum Dachgiebel stehende Geodreieck die Unterkante des Dachs an und notieren Sie die Gradzahl sowie den Abstand. Dies wiederholen Sie ebenfalls circa einen Meter versetzt.

Die Höhe des Dachs errechnet sich aus dem Winkel und dem Abstand des Geodreiecks zur Hauswand. Multiplizieren Sie den Tangens (tan) des Winkels mit dem Abstand in Metern und Sie erhalten die Höhe des Daches in Metern.

Berechnung der Dachneigung

Um aus den beiden Höhen und dem Abstand der Messpunkte die Dachneigung zu errechnen, ziehen Sie zuerst die geringere gemessene Höhe von der größeren Höhe ab. So erhalten Sie die Höhendifferenz zwischen den beiden Messpunkten. Teilen Sie nun die Höhendifferenz in Metern durch den horizontalen Abstand der beiden Messpunkte in Metern. Sie erhalten einen Zahlenwert, den Sie auf dem Taschenrechner mit der Funktion tan^(-1) in einen Winkel umwandeln. Diese Funktion ist meistens die alternative Funktion der Tangensfunktion. Dieser Winkel ist die Neigung Ihres Daches.

Die richtige Dachneigung für Fotovoltaikanlagen

Damit eine Fotovoltaikanlage mit optimaler Effizienz arbeitet, muss das Licht der Sonne möglichst senkrecht auf diese auftreffen. Nur so wird die maximale Energie erzeugt und so wenig wertvolle Sonnenenergie reflektiert wie möglich. Deshalb ist die Dachneigung eine wichtige Größe, wenn es um die Sinnhaftigkeit des Einbaus einer Solaranlage geht.

In unseren Breiten ist eine Dachneigung von 30 bis 35 Grad ideal, um das Maximum an Strom aus der Bahn der Sonne an unserem Himmel herauszuholen. Bei dieser Dachneigung treffen die Sonnenstrahlen während der hellsten Stunden um die Mittagszeit annähernd senkrecht auf die Fotovoltaikanlage und können so optimal in Energie umgewandelt werden. Daneben ist eine Neigung von 30 Grad oder mehr auch vorteilhaft, damit Blütenstaub, Staub und anderer Schmutz durch Regen von der Anlage abgewaschen werden und den Sonneneinfall nicht behindert.

Hat Ihr Dach nicht die ideale Neigung für eine Fotovoltaikanlage, so ist dies kein Grund, sich keine solche Anlage anzuschaffen. Mit speziellen Halterungseinrichtungen kann ein Dachdecker oder Fotovoltaikspezialist die Solaranlage im optimalen Winkel ausrichten und so die hohe Effizienz Ihrer Anlage gewährleisten.

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