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Dachpfannen – Arten und ihre Anwendungen

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Mit Dachpfannen eingedecktes Dach.

Die Abdeckung eines Daches muss einiges aushalten. Sie muss Wind und Wetter trotzen, den Bewuchs durch Moose und die Belastung durch Schnee aushalten und auch nach vielen Jahren noch Wasser vom Dachstuhl und Baumaterial abhalten. Gleichzeitig muss das Dach auch optisch etwas hermachen, ist es doch bei vielen Häusern das Element, das als Erstes ins Auge fällt. Einer der wichtigsten Bestandteile des Daches, der diesen Zweck erfüllt, ist die Dachpfanne. 

Wenn Sie bei einer Renovierung oder einem Neubau Ihr Dach eindecken wollen, sehen Sie sich mit einer großen Auswahl unterschiedlicher Dachpfannen konfrontiert. Sowohl, was ihre Form als auch, was ihr Material und ihre Farbe angeht, gibt es erhebliche Unterschiede. Neben den baulichen Gegebenheiten des Hauses und der Häuser in der Nachbarschaft müssen auch Wetterverhältnisse, Dachneigung und der eventuelle Anbau von Solaranlagen auf dem Dach in Betracht gezogen werden, um die richtige Dachpfanne auszuwählen.

Hier kann Ihnen ein erfahrener Dachdecker aus Ihrer Region beratend zur Seite stehen. Damit Sie einen ersten Einblick gelangen und auch mitreden können, wenn es um die Wahl Ihrer Dachpfanne geht, finden Sie hier einen Überblick über die wichtigsten Dachpfannenarten und ihre Anwendungsbereiche.

Dachpfannen – eine Begriffserklärung

Wer sich mit Dachpfannen beschäftigt, der steht häufig zuerst einer etwas verwirrenden Benennung dieser Bauelemente gegenüber. Neben dem Begriff Dachpfannen begegnet man Dachziegeln und Dachsteinen. Auch einzelne Arten von Dachelementen werden – häufig zusammen mit einer Ortsbezeichnung – als Dachpfannen, Dachziegel oder Dachsteine bezeichnet. Hier eine kurze Erläuterung der Begriffe.

Das Wort „Dachpfanne“ ist der Oberbegriff für alle Dachelemente, die miteinander verbunden die oberste Abdeckung einer Dachkonstruktion bilden. Es umfasst sowohl Dachziegel als auch Dachsteine. Dachziegel bestehen aus Ton, der in Öfen zu Keramik gebrannt und anschließend glasiert wird. Dachsteine bestehen aus Beton oder Zement und werden in die gewünschte Form gegossen, in der sie dann aushärten. Durch Beimengungen können auch Dachsteine eine rote Farbe erhalten und so Ziegeloptik besitzen. Daneben gibt es auch Dachpfannen aus Kunststoff, die von ihren Herstellern als Kunststoff-Dachziegel bezeichnet werden.

Diese Begriffe gelten nur für die allgemeinen Bezeichnungen. Sofern von einer bestimmten Art von Dachpfanne die Rede ist, so ist mit diesem Begriff auch ein bestimmtes Material verbunden. So besteht die Frankfurter Pfanne, einer der Klassiker der Dachpfannen, immer aus Zement und müsste somit eigentlich „Frankfurter Dachstein“ heißen.

Kunststoff, Beton oder Ton – Unterschiede im Material

Sowohl Dachziegel aus Ton oder Kunststoff als auch Dachsteine haben zahlreiche Vorteile, die für ihren Einsatz sprechen. Die Abwägung, welches Material für Ihr Dach das geeignete ist, treffen Sie am besten gemeinsam mit dem Experten, der Sie bei Ihrer Bedachung berät und die Dacharbeiten realisiert.

Tondachziegel

Dachziegel aus Ton können mit zahlreichen Beschichtungen versehen werden, die sie widerstandsfähiger gegen unschönen Bewuchs von Algen und Moosen sowie anderen Verschmutzungen machen. Sie sind natürlich und haben eine schöne Optik, die mit den Jahren noch weiter durch eine Patina veredelt wird. Zusätzlich ist ihre Verlegung auch bei besonders geringer Dachschräge gut möglich. Allerdings kosten sie mehr, da ihre Herstellung mit einem höheren Energieaufwand verbunden ist.

Kunststoffdachziegel

Dachziegel aus Kunststoff sind günstig, widerstandsfähig gegenüber Hagel und wenig anfällig für Bewuchs und Frost. Sie sind leichter, deswegen allerdings anfälliger gegenüber hohen Windgeschwindigkeiten. Daneben sind sie auch weniger feuerresistent als Ziegel aus Ton oder Beton.

Dachsteine

Dachsteine aus Beton sind günstiger und umweltfreundlicher in ihrer Herstellung. Sie sind sehr widerstandsfähig gegenüber Frost, Belastungen und Hagel. Außerdem verfügen sie über einen besonders guten Schallschutz, der bei anderen Dachpfannenmaterialien nicht gegeben ist. Allerdings verlieren sie unter Umständen deutlich schneller als Dachziegel ihr schönes Aussehen, denn auf ihrer Oberfläche kann es zu Kalkausblühungen kommen. Außerdem werden sie leichter von Algen und Moos befallen.

Dachpfannenarten im Überblick

Die unterschiedlichen Arten der Dachpfannen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Optik, sondern auch in ihren Maßen und ihrem Verwendungszweck. Dutzende Pfannentypen halten für jeden Hausbesitzer die richtige Mischung aus gelungener Optik, Stabilität und anderen Nutzen bereit. Hier finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Dachpfannenarten. Diese sind im Überblick:

  • Biberschwanz
  • Frankfurter Pfanne
  • Harzer Pfanne
  • S-Pfanne
  • Reformziegel
  • Flachdachziegel
  • Glattziegel
  • Mönchziegel

Biberschwanz

Diese Dachziegelform ist eine der traditionellsten Varianten, die dennoch auch den Ansprüchen von modernen Häusern gerecht wird. Die flachen Ziegel mit einem Format von 13 mal 38 cm sind an drei Kanten gerade und an der vierten, unteren Kante in der Form des namensgebenden Biberschwanzes abgerundet. Ziegel dieser Art sind besonders für große Dächer geeignet, die eine starke Neigung besitzen. Sie verfügen über einen besonders guten Hagelschutz.

Frankfurter Pfanne

Dachsteine dieser Art verfügen über eine besondere Oberflächenbeschichtung namens Protegon, die Schmutz besonders gut abweist und Wärme dreimal besser reflektiert als andere Dachpfannen. Durch ihre doppelte Wellung lassen diese 33 mal 42 cm großen Dachpfannen Regen und Schnee besonders gut abgleiten und bieten Schmutz keinen Halt.

Harzer Pfanne

Diese Dachsteine besitzen die gleichen Maße wie Frankfurter Pfannen und eine ähnliche, doppelt gewellte Struktur. Durch den Verzicht auf die spezielle Oberflächenbeschichtung sind diese Dachpfannen besonders günstig in der Anschaffung und dennoch widerstandsfähig gegenüber Witterung und anderen Belastungen.

S-Pfanne

Diese Art von Dachziegel besitzt ein besonders geschwungenes Profil, das ihnen ihren Namen gibt. Sie liegen besonders eng aneinander auf, was zu einer hervorragenden Dichte führt. Zudem haben sie eine interessante Optik, die sich gut von anderen Dachabdeckungen abhebt. Auch Dachpfannen dieser Art werden im Format 42 mal 33 cm hergestellt.

Reformziegel

Als flache Pressdachziegel ist diese Dachziegelvariante mit einer flachen Mulde versehen, was das Abfließverhalten von Wasser verbessert. Gleichzeitig sind Dachabdeckungen dieser Art besonders ruhig und harmonisch anzusehen. Die 43 mal 25,5 cm großen Ziegel sind dank ihrer flachen Form auch für das Verlegen von Solaranlagen geeignet.

Flachdachziegel

Nicht nur auf Flachdächern machen diese Dachziegel mit einer Größe von 43 mal 27,5 cm eine gute Figur. Ziegel dieser Art sind klassisch gewellt, allerdings erheblich flacher als andere Hohlziegel. Ziegel dieser Art überlappen sich deutlich und sind deswegen besonders dicht und widerstandsfähig.

Glattziegel

Ähnlich flach wie Biberschwanzziegel werden diese Dachziegel nicht übereinander, sondern an einer Rippenstruktur anliegend verlegt. Dadurch ergibt sich ein besonders glattes Erscheinungsbild des fertigen Daches. Sie bieten Wind so gut wie keine Angriffsfläche und sind mit ihrer Größe von 48,5 mal 30 cm leicht und mit nur geringem Materialaufwand verlegbar.

Mönchziegel

Auch als Mönch-und-Nonne-Ziegel bezeichnet sind diese klassischen Dachziegel besonders im Mittelmeerraum verbreitet. Auch bei uns bestechen sie durch mediterranen Flair. Diese mit einer doppelten Rundung versehenen Ziegel werden nebeneinander verlegt. Auf diese wird dann eine zweite Ziegelschicht versetzt verlegt, sodass die Dichte der Dachabdeckung gesichert ist. Diese Ziegel sind 41 mal 21 cm groß.

Die richtigen Dachpfannen wählen

Neben dem individuellen Geschmack sind es vor allem praktische Aspekte, die bei der Wahl der Dachpfanne entscheidend sind. So muss etwa die Dachneigung beachtet werden, denn einzelne Dachpfannen sind besonders gut für bestimmte Neigungswinkel geeignet. Während ein zu steiles Dach den Halt mindern würde, wäre ein zu flaches Dach schlecht für die Fließeigenschaften des Niederschlags. Daneben sollten die Dachziegel auch für Solarmodule kompatibel sein – denn selbst wenn aktuell keine Solarmodule installiert werden sollen, erleichtern die richtigen Dachziegel das Nachrüsten erheblich.

Häufig gibt es auch Vorschriften der Gemeinde, was die Dachabdeckung betrifft. Kommunalen Trägern liegt viel an einem einheitlichen Erscheinungsbild der Gebäude. Ihr Ortsvorstand informiert Sie gerne über eventuelle Regularien und Bebauungspläne, mit denen sich natürlich auch jeder Dachdeckerbetrieb auskennt.

Bild: Sven Böttcher / stock.adobe.com

 

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