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Das Sparrendach: bewährte Konstruktion mit kleinen Schwächen

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Das Sparrendach ist eine weit verbreitete Dachkonstruktion

Letzte Aktualisierung am

Sparren- und Pfettendächer sind statisch betrachtet die Grundtypen aller Dachkonstruktionen. Das Sparrendach ist aus der Dachhütte hervorgegangen, die im nordeuropäischen Raum verbreitet war. Es besteht aus mehrfach hintereinander angeordneten Dreigelenkrahmen und wird von einer Mittelpfette (auch Firstpfette genannt) getragen. Ein starker Dachbalken und ein Sparrenpaar bilden die Dreieckskonstruktion. Die Abfolge der in sich festen Sparrenbinder wird Gespärre genannt. Das Sparrendach hat keine Pfosten, die den First zusammenhalten. Der Zimmermann wählt für die Stabilisierung lediglich eine einfache Überblattung mittels Firstzange oder Scherblatt. Die Firstzange wird nur mit den Außenseiten bündig befestigt und nicht eingelassen. Die am First verbundenen Sparren bilden mit der Decke darunter ein nicht verschiebbares Dreieck. Wind und Lastkräfte werden über die Sparren nach unten über das Fundament abgeleitet. Bis heute ist das Sparrendach eine der bekanntesten Dachkonstruktionen in Europa und wird hauptsächlich für Steildächer mit großer Spannweite gewählt. Zum Beispiel wird ein Satteldach häufig als Sparrendach konstruiert.

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Vor- und Nachteile des Sparrendachs

Vorteile

Die wichtigsten Bestandteile der Konstruktion sind die Sparren, nicht etwa die Dachhaut. Weil der Dachraum eines Sparrendaches nicht durch Balken unterbrochen ist, kann er uneingeschränkt genutzt werden. Möchte man die freie Spannweite der Sparren verringern, lässt sich das Gespärre durch Kehlbalken unterstützen, dann spricht man von einem Kehlbalkendach. Die stehenden Stuhlachsen gestatteten den Einbau von Aussteifungshölzern, wodurch die Lagerkapazität vergrößert werden konnte.

Nachteile

Der größte Nachteil ergibt sich aus der geringeren Stabilität der aufgereihten Sparrendreiecke. Ein Sparrendach ist erst ab einer Neigung von 25-30° sinnvoll, weil sonst zu starke Kräfte auf die Holzverbindungen einwirken würden. Daher begann man schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Süddeutschland mit dem Einbau von Pfetten, die auch als praktische Aufrichthilfe dienten. Die Kombination von Pfetten- und Sparrendach bringt für den Unterbau keinerlei Nachteile. Große Dachflächenfenster und Gauben sind nicht möglich, denn die Sparrenpaare müssen immer spiegelbildlich angebracht sein. Dachdurchbrüche wären mit einem sehr hohen Konstruktionsaufwand verbunden, da einzelne Sparren verschoben werden müssten. Auch ein breiter Dachüberstand bei großzügigem Grundriss lässt sich kaum realisieren.

Das Sparrendach im Vergleich zum Pfettendach

Die Fußpunkte müssen so konstruiert sein, dass Zugkräfte und Druck weitergeleitet werden können. Für die Aufnahme des Horizontalschubes am Sparrenfußpunkt werden daher relativ aufwendige Verbindungen benötigt. Zur Verstärkung der Sparren nutzt man Sparrenpfettenanker und Knaggen. Der Kniestock darf nicht gemauert werden, denn er würde aufgrund der hohen Lasten abknicken. Beim Pfettendach erfolgt die Lastabtragung dagegen über die Pfetten. Der Holzverbrauch bei Sparren- und Kehlbalkendächer ist geringer als bei steilen Pfettendächern, dagegen eignet sich ein Pfettendach auch für kompliziere Geometrien.

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