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Aufgepasst bei der Bauabzugssteuer

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Bei der Bauabzugssteuer gibt es neben der Freistellungsbescheinigung einiges zu beachten

Letzte Aktualisierung am

Sollten Sie als Unternehmer den Auftrag einer Bauleistung erteilen, müssen Sie unter Umständen den Steuerabzug bei Bauleistungen beachten. Sie wird meist als die Bauabzugsteuer bezeichnet und ist eine besondere Erhebungsform der Körperschafts- beziehungsweise Einkommensteuer in Deutschland. Die Bauabzugssteuer soll der Eindämmung illegaler Betätigungen im Baugewerbe dienen.

Doch was genau beinhaltet die Bauabzugssteuer überhaupt und wann muss man sie beachten?

Was bedeutet die Bauabzugssteuer für den Auftraggeber?

Die Bauabzugsteuer wird im §48 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt. Demnach dürfen die Leistungsempfänger, also die Auftraggeber, dem beauftragten Handwerker im Bau nicht den vollen Rechnungsbetrag inklusive Umsatzsteuer übermitteln, sondern müssen einen Steuerabzug von 15% auf die Rechnung vornehmen und einbehalten. Diese einbehaltenen 15% müssen an das Finanzamt, das für den Bauhandwerker zuständig ist, abgeführt werden.

Die Bauabzugsteuer greift bei Bauleistungen für Unternehmer und Kleinunternehmer oder juristische Personen des öffentlichen Rechts. Als Bauleistung lassen sich alle Leistungen beschreiben, die der Errichtung, Renovierung, Instandhaltung oder Beseitigung von inländischen Bauwerken, zugute kommen.

Der Leistungsempfänger muss den Steuerabzug selbst berechnen und zum Zeitpunkt der Zahlung tätigen, sowie bis zum zehnten Tag des Folgemonats eine Anmeldung nach amtlich vorgeschriebenen Vordruck vornehmen. Spätestens am zehnten Tag des Anmeldungszeitraums wird dann auch der Abzugsbetrag beim Finanzamt fällig.

Haftbar für eine nicht oder unzureichend abgeführte Abzugsteuer ist der Leistungsempfänger, sofern diese benötigt wird oder keine Freistellungsbescheinigung besteht.

Wann gilt die Bauabzugsteuer?

Die Bauabzugsteuer ist für Privatpersonen oder nicht-unternehmerische Tätigkeiten nicht von Bedeutung.

Darüber hinaus ist die Bauabzugsteuer nicht abzuführen wenn:

  • der Bauhandwerker eine Freistellungsbescheinigung vorlegt
  • der Rechnungsbetrag der Bauleistung im laufenden Kalenderjahr für denselben Handwerker die Bagatellgrenze von voraussichtlich 5000 Euro nicht überschreitet
  • die Bagatellgrenze sich auf 15.000 erhöht, weil der Auftraggeber nur steuerfreie Umsätze ausführt

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Was ist die Freistellungsbescheinigung?

Mit einer Freistellungsbescheinigung entfällt die Bauabzugsteuer. Diese wird dem Handwerker vom jeweils zuständigen Finanzamt entweder auftragsbezogen oder für einen Zeitraum von maximal drei Jahren erteilt. Ermittelt wird die Freistellung durch einen Fragebogen durch das Finanzamt und in der Regel auch erteilt, sofern keine Gefährdung des Steueranspruchs besteht. Spätestens nach drei Jahren muss die Freistellungsbescheinigung erneut angefordert werden. Die Freistellungsbescheinigung muss bei der Rechnung an den Leistungsempfänger beziehungsweise spätestens am Tag der Zahlung vorliegen.

Ein Beispiel für die Bauabzugsteuer

Ein Malereibetrieb will in seinem Ausstellungsraum und den Betriebsräumlichkeiten neue Fliesen verlegen lassen und beauftragt dazu einen professionellen Fliesenleger. Die Rechnung beläuft sich letztlich auf insgesamt 6500 Euro zuzüglich 1235 Euro Umsatzsteuer, also insgesamt 7735 Euro. Es handelt sich also um einen Unternehmer, der die Bauleistung eines Handwerkers aus unternehmerischen Gründen in Anspruch nimmt. Die Rechnung übersteigt die Bagatellgrenze.

a) Mit Freistellungsbescheinigung:

  • Der Malereibetrieb bezahlt die gesamte Rechnung von 7735 an den Fliesenleger. Der Steuerabzug entfällt. Zuvor sollte der Malereibetrieb jedoch die Richtig- und Gültigkeit der Freistellungsbescheinigung nachprüfen.

b) Ohne Freistellungsbescheinigung:

  • Der Malereibetrieb zieht 1160,25 Euro (also 15 % von der Rechnung von 7735 Euro) ab und entrichtet diese Summe als Bauabzugsteuer an das Finanzamt. An den Fliesenleger zahlt der Betrieb 6574,75 Euro.

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2 Kommentare

  1. Cedoy 26. Mai 2018

    Na Ja 7735 € minus 1160,25 € = 6574,75 – 1235 € Mw.St = 5339,75€ – 3500 € Materialkosten = 1839,75€
    – Sprit/KFZ Steuer/Versicherung 250 € = 1589,75 € – Werkzeugverschleis ca. 100,00 € = 1489,75 € – Krankenkassenbeitrag, Rentenbeitrag. ca. 500,0 € =989,75 € und das durch 8 Arbeitstage = 123,72 € und durch 8 Stunden = 15,46 €/ Stunde und das mit 5 Jahre Gewährleistung. Soh arm sind die Selbstständige in Deutschland. Da brauch man sich nicht wundern das die Handwerker gezwungen sind zuuuuuuu

    Mit freundlichen Grüßen

    Antworten
  2. Jürgen 4. Juli 2018

    Hallo,
    so ist es Leider….
    Dann sich fragen warum es immer wenigere mit der Selbständigkeit versuchen..
    Mit freundlichem Gruß.

    Antworten

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