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Fachkräftemangel bleibt Problem im Handwerk

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Im Handwerk herrscht nach wie vor Fachkräftemagel

Zum Kölner Rosenmontagszug gehören politische Statements genauso dazu wie Kamelle und die Jecken – Auch im Jahr 2019 wurden hier wieder einige satirische Seitenhiebe verteilt. So machte unter anderem einer der Wagen auf den bereits seit einigen Jahren beklagten Fachkräftemangel im Handwerk aufmerksam. Abgebildet ist ein Mann, der anscheinend einfach keinen Klempner finden kann. Dadurch leckt das Wasser und der Betroffene muss sein Geschäft direkt im Rohr verrichten.

Fachkräftemangel wird auch beim Kölner Rosenmontagszug bemängelt
Der Persiflagewagen beim Kölner Rosenmontagszug mit Hinweis auf den Fachkräftemangel Quelle: Festkomitee Kölner Karneval/Joachim Rieger

Eine ganz klare Kritik an der derzeitigen Situation. Doch was genau versteht man eigentlich unter dem häufig diskutierten Fachkräftemangel und welche Auswirkungen hat er für Handwerker und Kunden?

Was bedeutet Fachkräftemangel?

Beinahe jedes Jahr beklagen Verbände, Institutionen und natürlich auch Handwerksbetriebe den wachsenden Mangel an Fachkräften im Handwerk. Konkret bedeutet das also, dass der Bedarf an neuen Mitarbeitern in Handwerksbetrieben größer ist als die Zahl der potentiellen Fachkräfte. Bei vielen Betrieben bleiben offene Stellen daher lange unbesetzt, weil nicht ausreichend qualifizierte Bewerber vorhanden sind. Dadurch können die Betriebe nicht weiter wachsen oder ihr Auftragskontingent erhöhen. Im letzten Jahr blieben laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks rund 150.000 Stellen unbesetzt.

Gleichzeitig gibt es aber auch einen hohen Bedarf an Handwerkern der verschiedensten Gewerke, um die wachsende Zahl an Aufträgen abdecken zu können. Insgesamt wirkt sich der Fachkräftemangel also sowohl auf Handwerker als auch auf Kunden negativ aus.

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Konsequenzen des Fachkräftemangels

Handwerksbetriebe sind durch den Fachkräftemangel völlig ausgelastet, da vielerorts das Personal fehlt, um allen Aufträgen nachkommen zu können. Wenn die Betriebe also nur schwer neue Mitarbeiter finden können und nicht genügend Handwerker im Betrieb selbst vorhanden sind, müssen sie zum Teil sogar Aufträge ablehnen. Das ist besonders ärgerlich, da die Auftragslage an sich im Handwerk nach wie vor gut ist und viele Betriebe dementsprechend durchaus weiter wachsen könnten. Die Auslastung in den Betrieben und die starke Nachfrage führen in Kombination mit dem weiterhin starken Immobilienmarkt aber auch zu höheren Preisen und einem Markt, der zum Teil ausschließlich vom Handwerker selbst bestimmt wird.

Gleichzeitig werden die Lücken dann mitunter durch unqualifizierte Arbeitskräfte geschlossen – fehlt allerdings das Fachwissen und die nötige Ausbildung, können viele Aufträge nicht immer zur vollen Zufriedenheit des Kunden ausgeführt werden. Das wiederum wirft auch auf seriöse Handwerker ein schlechtes Licht. Lange Wartezeiten, hohe Preise und unqualifizierte Handwerker haben natürlich negative Auswirkungen auf den Ruf des Handwerks.

Für Kunden sind die Konsequenzen natürlich genauso deutlich spürbar. Für sie drückt sich der Fachkräftemangel vor allem durch lange Wartezeiten und hohe Rechnungen aus, wenn überhaupt ein Handwerksbetrieb gefunden wird, der noch freie Kapazitäten hat. Das ist besonders ärgerlich, wenn ein Problem akut behoben werden muss oder sich dadurch Folgearbeiten, beispielsweise beim Hausbau, verzögern. Wer einen Handwerker finden muss, sollte natürlich auch die verschiedensten Möglichkeiten nutzen. Blauarbeit unterstützt Kunden daher bei der Suche nach qualifizierten Handwerkern.

Weitere Entwicklung in Deutschland

Eine Verbesserung zeichnet sich in Bezug auf den Fachkräftemangel derzeit noch nicht wirklich ab, im Gegenteil: Die Auftragslage steigt weiter an, da vielerorts neuer Wohnraum geschaffen oder Bestandsgebäude modernisiert und saniert werden müssen.

Als einer der Hauptgründe für den Fachkräftemangel wird unter anderem ausgemacht, dass jedes Jahr zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Wenn jedoch der Nachwuchs fehlt, können auch keine neuen Fachkräfte nachrücken. Schulabsolventen schlagen häufiger den Weg zur Universität als in eine handwerkliche Ausbildung ein. Unter anderem wird daher über die Einführung einer Mindestvergütung während der Ausbildung diskutiert. Auch der Besuch einer Meisterschule könnte bald günstiger werden. Derzeit muss man noch nicht unerhebliche Summen investieren, um Handwerksmeister zu werden.

Um die Qualität im Handwerk zu stärken, wird aktuell auch die Wiedereinführung der Meisterpflicht in einigen derzeit noch zulassungsfreien Gewerken diskutiert. Der Bundesrat stimmte einem Antrag diesbezüglich kürzlich ebenfalls zu. Inwieweit dies dem Mangel an Fachkräften entgegenwirkt, ist allerdings noch fraglich.

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2 Kommentare

  1. Jakob Briglmeier 25. März 2019

    Es nützt nichts, wenn man den Kunden unterstützt. Der Fachkräftemangel wird dadurch nicht anders. Viel mehr sollte man die Handwerker unterstützen bei der Suche nach Fachkräften, damit der Kunde gut bedient werden kann.

    Antworten
    1. Guido Blaubach 24. April 2019

      Hallo Herr Briglmeier, soweit ich das richtig verstehe unterstützt Blauarbeit den Handwerker dabei, neue Kunden zu finden und Kunden, einen geeigneten Handwerker. Personalvermittlung machen die soweit ich weiß nicht. Dafür gibt es spezialisierte Plattformen.

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