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Gehörschutz bei der Arbeit

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Der richtige Gehörschutz ist wichtig

Besonders im Handwerk kann die Lautstärke ohne Gehörschutz schnell in einen Bereich kommen, der dem Gehör langfristig schadet. Welche Variante die richtige für Sie ist und welche Pflichten Arbeitgeber haben erfahren Sie hier.

Im Jahr 2016 gab es 12.840 Verdachtsanzeigen auf eine Lärmschwerhörigkeit als Berufskrankheit. 7032 davon wurden auch anerkannt, Tendenz steigend. Gehörschäden kann man durch Hörgeräte zwar ausgleichen, aber nie vollständig heilen, deswegen gilt wie bei vielen Krankheiten auch hier: Vorbeugen ist einfacher und vor allem günstiger. Auch wenn bei regelmäßigem Lärm nicht direkt Gehörschäden auftauchen, führt er unmittelbar zu Stress, der die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter stark einschränkt und damit die Unfallgefahr erhöht.

Gehörschutz ist nicht optional

In der “Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen” (LärmVibrationsArbSchV) ist vorgeschrieben, ab welcher Lautstärke Arbeitgeber sich um den Gehörschutz am Arbeitsplatz kümmern müssen und welche Pflichten sie haben. Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass bei Überschreitung der vorgegebenen Werte jeder Beschäftigte einen persönlichen Gehörschutz erhält, der die Gefährdung beseitigt oder minimiert.

Wann ist Gehörschutz Pflicht?

Ab einem durchschnittlichen Wert von 80dB(A) sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, Gehörschutz anzubieten und ab 85dB(A) müssen sie auch kontrollieren, ob die Mitarbeiter den Gehörschutz ordnungsgemäß tragen. Ermitteln kann man diese Werte heutzutage ganz unkompliziert mit dem Smartphone, sowohl für Android als auch für iPhone gibt es praktische Messungsapps.

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Welche Arten von Gehörschutz gibt es?

Es gibt drei Arten von Gehörschutz, die bei starkem Lärm in Frage kommen: Gehörschutzstöpsel, Kapselgehörschützer und Otoplastiken. Alle drei Varianten können bei richtiger Anwendung hervorragenden Schutz bieten und im Zweifelsfall auch kombiniert werden.

Die von den Herstellern ermittelten Schalldämmwerte sollte man bei allen Varianten mit Vorsicht genießen. Das liegt daran, dass man sich nicht immer auf die richtige Handhabung des Gehörschutzes verlassen kann. Nicht etwa an falschen Angaben der Hersteller. Bei der Auswahl sollte man also immer Korrekturwerte von den Herstellerangaben abziehen. Bei Gehörschutzstöpseln liegt dieser Wert bei 9 dB, beim Kapselgehörschutz bei 5 dB und bei Otoplastiken bei 3 dB. Ein guter Dämmwert hängt zum Großteil vom Tragekomfort des Nutzers ab. Daher ist es als Arbeitgeber klug, die Mitarbeiter beim Kauf mit einzubeziehen.

Gehörschutzstöpsel

Die gesetzliche Unfallversicherung unterscheidet hier zwischen vorgefertigten Stöpseln zum mehrmaligen Gebrauch und Stöpseln, die man vor Gebrauch erst formen muss. Letztere kann man je nach Modell einmalig oder mehrfach verwenden. Besonders wichtig ist bei den formbaren Stöpseln, dass sie richtig eingeführt werden und den Gehörgang gut verschließen. Beide Varianten sind auch mit Verbindungsschnur erhältlich und vorgefertigte Stöpsel auch mit Plastikbügel. Dieser hilft dabei, die Stöpsel auch bei längerer Benutzung in der richtigen Position zu halten.

Kapselgehörschützer

Bei Kapselgehörschützern handelt es sich um die klassischen Kopfhörern ähnlichen Schützer, an die man meistens denkt, wenn von  “Gehörschutz” die Rede ist.

Bei den Kapselgehörschützern gibt es verschiedene Bügel. Alle Arten von Bügel können guten Schutz bieten. Die Entscheidung richtet sich hier also in erster Linie nach dem Komfort des Benutzers. Besonders wichtig ist, dass die Bügel so eingestellt werden dass die Gehörschützer nicht drücken, aber auch nicht verrutschen können. Für zusätzliche Sicherheit kann man Kapselgehörschützer auch mit Stöpseln kombinieren.

Otoplastik

Otoplastiken sind die bequemste und effizienteste Möglichkeit, das Gehör zu schützen. Man kann sich Gehörschutz-Otoplastiken einfach als Gegenteil eines medizinischen Hörgeräts vorstellen: Sie verstärken Töne nicht, sondern dämmen sie ab. Das geschieht entweder einfach durch den Verschluss des Gehörgangs oder durch den Verschluss in Kombination mit einem akustischen Filter, der bestimmte Frequenzen aus dem Klangbild entfernt.

Mit Abdrücken und 3D-Druck kann man diese Art von Gehörschutz auch individuell an einzelne Mitarbeiter anpassen und damit sowohl einen starken Schutz, als auch höheren Tragekomfort bieten. Besonders durch Letzteres genießen sie eine höhere Akzeptanz bei den Mitarbeitern und sorgen damit auch indirekt für besseren Schutz. Leider sind sie relativ teuer und müssen regelmäßig von einem Akustiker gewartet werden.

Kein Schutz ohne korrekte Benutzung

Egal um welche Art von Gehörschutz es geht, ohne richtige Anwendung nützt er einem wenig. Um das sicherzustellen sollten Arbeitgeber vor der erstmaligen Benutzung Unterweisungen durchführen und danach mindestens einmal im Jahr wiederholen. Dabei sollte man den Umgang unbedingt auch praktisch zeigen, denn eine Schutzgarantie gibt es nur, wenn der Gehörschutz wie vorgesehen eingesetzt wird. Besonders wichtig ist auch, dass jeder Einzelne auf die Qualität seines Schutzes achtet. Sobald Sie bei der Arbeit das Gefühl haben, dass der Gehörschutz weniger gut funktioniert, sollten Sie das unbedingt melden und den Schutz austauschen.

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1 Kommentar

  1. Sammycraftsman 24. Mai 2018

    Otoplastik ist ja sehr interessant. Aber sicherlich auch am teuersten, da es ja einer individuellen Anpassung bedarf und nicht industriell gefertigt werden kann. Aus meiner Erfahrung haben sich die einfachen Ohrenstöpsel gut bewährt. Allerdings sollten diese dann auch regelmäßig gewechselt werden aus hygienischen Gründen.

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