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In 10 Schritten zum eigenen Unternehmen

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Lächelnder Handwerker in der Werkstatt bei der Arbeit am Laptop

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Sie wollen Ihr eigenes Unternehmen gründen, haben aber keine Ahnung wie Sie genau das angehen sollen? Im folgenden Beitrag möchten wir Ihnen in 10 Schritten den ein oder anderen hilfreichen Tipp geben, wie man bei dem Thema „Unternehmensgründung“ vorgeht.

Schritt 1: Ihre Geschäftsidee

Ein gutes Unternehmen braucht eine gute Idee. Jeden Tag begegnen uns mögliche Geschäftsideen, die wir nicht immer erkennen oder über die man gar nicht weiter nachdenkt.

Ein Beispiel: Nach der Mittagspause liegt das Mittagessen noch schwer im Magen und die Produktivität und Motivation hält sich doch eher in Grenzen. So ein Nickerchen wäre da genau das richtige. Das hat sich die heutige Unternehmerin Irina Ivachkovets auch gedacht. In Berlin Kreuzberg hat sie nun ihr Unternehmen „Nickerchen“ gegründet. Wie der Name auch schon verrät, kann man dort – man glaubt es kaum – ein kleines Nickerchen halten. Ein 20-Minuten-Nickerchen kostet hier 8 Euro, inklusive Decke, Ohrstöpsel, Schlafmaske, ein leiser Weckdienst und am Ende eine Tasse Tee. Natürlich können hier und da weitere Leistungen dazu gebucht werden, wie z. B. eine Kopfmassage zum besser Einschlafen.
Mit den simpelsten Ideen und dem gewissen Know-How können tatsächlich einige Erfolge erzielt werden. Selbst mit bereits bestehenden Geschäftsideen kann man aufbauen, indem man seine eigene individuelle Idee mit einbringt und darauf aufbaut.

Was stellen Sie sich vor? Meinen Sie, Sie haben mit Ihrer Idee Erfolg und können damit Geld verdienen? Haben Sie das notwendige Wissen? Wie sieht Ihre Zielgruppe aus und ist diese auch in Reichweite? Warum würde es sich definitiv lohnen Ihre Idee umzusetzen? Um es aus einer andere Perspektive zu betrachten, fragen Sie auch Ihre Freunde oder Ihre Familie, wie sie das ganze sehen. Ist Ihre Idee nachhaltig beziehungsweise zukunftsorientiert? Wie Sie herausfinden, ob Ihr zukünftiges Unternehmen auch taugt, erfahren Sie nicht am Schreibtisch, während Sie ein geeignetes Konzept schreiben wollen. Holen Sie alle nötigen Informationen. Ihre Idee hat etwas mit Gartenarbeiten zu tun? Sprechen Sie mit Gärtnern, Tischlern und Architekten und so weiter. Gehen Sie auf potentielle Kunden zu und fragen Sie nach ihrer Meinung. Würden sie für Ihre Idee Geld bezahlen? Wenn ja, wie viel? Bleibt ein Gewinn für Sie übrig?

Schritt 2: Sind Sie geeignet, ein eigenes Unternehmen zu führen?

Der Weg zur Selbstständigkeit ist definitiv kein Zuckerschlecken. Nicht jeder ist der geborene Unternehmensführer. Sie sollten sich zunächst folgende Fragen stellen und diese für sich ganz ehrlich beantworten:

  • Können Sie grundsätzlich (auch harte) Entscheidungen treffen und vertreten?
  • Sind Sie in der Lage, andere zu motivieren?
  • Können Sie auch Arbeit abgeben oder wollen Sie lieber alles allein erledigen, der Sicherheit halber?
  • Wie gehen Sie mit Risiken um? Sind Sie eher vorsichtig oder risikofreudig?
  • Wenn Sie ein klares Ziel haben, egal ob kleine oder große Ziele, erreichen Sie diese auch?
  • Wie gehen Sie mit Fehlschlägen um?
  • Sind Sie kommunikativ, können klare Ansagen machen, aber Missverständnisse vermeiden?
  • Sind Sie in der Lage Verantwortung zu übernehmen und eigene Fehler erkennen und bekennen?
  • Können Sie generell hart arbeiten?
  • Fällt es Ihnen leicht Probleme in kurzer Zeit zu lösen?
  • Können Sie in Stresssituationen einen klaren Kopf bewahren?
  • Besitzen Sie eine gewisse Empathie?
  • Können Sie auch negative Kritik vertragen?

Sie sollten sich auf jeden Fall weitere Meinungen einholen. Stellen Sie auch Ihrer Mama und einem engen Freund diese Fragen und nehmen Sie sich Ihre Äußerungen zu Herzen. Treffen Sie sich auch mit anderen Unternehmensführern in Ihrer Umgebung und fragen Sie sie, was es heißt, ein Unternehmen zu führen.
Wenn Sie sich auch online informieren möchten: Im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Gründungsportal kann man auch einen einfachen Gründer-Test kostenlos durchführen, was bei Ihrer Entscheidung eventuell auch hilfreich sein kann.

Schritt 3: Lassen Sie sich beraten

Machen Sie nicht alles von Anfang an alleine. Lassen Sie sich helfen und nehmen Sie Unterstützung von Beratern in Kauf. Es muss auch nicht der Experte von der Beratungsstelle XY für 10 Euro/Std sein. Manchmal versteckt sich Ihr Glück auch schon direkt vor Ihrer Haustür. Der ein oder andere AnsprechpartnerIn könnte auch Ihr Nachbar sein, ein Kumpel oder die Freundin Ihres Freundes Freund. Das können Designer sein, Marketing Manager oder vielleicht auch Ihr Papa, der Sie vielleicht schon oft in die Realität zurückgeholt hat, wenn Ihre Fantasie mit Ihnen mal durchging. Sie können Kurse und Fortbildungen besuchen, die kommunale Wirtschaftsförderung, Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer bieten so etwas an. Wenn Sie online affin sind, informieren Sie sich und recherchieren Sie im Internet. Dort bekommen Sie für jede Suchanfrage eine Antwort.

Schritt 4: Schreiben Sie einen Businessplan

Genug geplaudert, jetzt geht’s ans Eingemachte. Fangen Sie jetzt an Ihren Businessplan zu erstellen. Hier notieren Sie jeden wichtigen Schritt, den Sie bei Ihrer Gründung Ihres Unternehmens anstreben. Ein Businessplan ist ein Geschäftsplan. Dieser Plan beinhaltet die Idee und dessen Umsetzung und zwar in detaillierter, systematischer Form. Sie sollten Ihren Businessplan sinnvoll gliedern und ihn in Teilplänen unterteilen. Unter anderem werden dabei die Punkte Personalplan, Produktionsplan, Finanzplan, Marketingplan, Material- bzw. Beschaffungsplan, Vertriebsplan usw. aufgelistet. Verlieren Sie den Punkt Finanzen nicht aus den Augen, gerade dieses Thema ist sehr wichtig. Hier werden die Kosten dem erwartetem Umsatz gegenübergestellt.
Einen Geschäftsplan finden Sie auch kostenfrei zum Download auf dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Gründerportal.

Schritt 5: Startkapital – wo Sie sparen können

Bevor Sie jetzt richtig loslegen können, brauchen Sie ein gewisses Startkapital. Überlegen Sie genau, was Sie für Ihr Unternehmen brauchen. Büroausstattung, Warenlager, Mietkaution, Mitarbeiter und so weiter. Schreiben Sie eine Liste mit allen nötigen Utensilien und recherchieren Sie auch schon mal wie teuer das wird. Wieviel Geld brauchen Sie? Kalkulieren Sie genau und vorausschauend. Es kann immer sein, dass gerade am Anfang nicht die großen Geldsummen hereinschneien. Sie müssen in der Anlaufphase auch für Werbung investieren, offline sowie online. Schließlich soll jeder über Ihr Unternehmen informiert sein, auch Ihre Eröffnungsfeier soll kein Flop werden. Aber fangen Sie klein an, wie gesagt, weniger Geld macht erst kreativ. „Unternehmen zu gründen ist sehr schwierig und zeitraubend. Man sollte es deshalb bei einem Minimum belassen“, hatte Jay Walker, Gründer des amerikanischen Entwicklungs- und Forschungslabor „Digital Walker“, mal gesagt.

Also fangen Sie klein an. Ihr Büro kann auch zeitweise Ihr eigenes Wohnzimmer sein. Wenn Sie sich mit anderen Geschäftspartnern treffen müssen, geht das auch gemütlich in einem netten Café oder einem Restaurant. Einen Sekretär brauchen Sie auch nicht unbedingt. Klar, er kann Ihnen die Arbeit erheblich erleichtern aber mit ein bisschen Selbstdisziplin und guter Organisation gelingt Ihnen das auch. Was Sie brauchen sind ein Telefon, ein gut geführter Terminkalender und ein PC, E-Mail Adresse und eventuell noch einen Drucker. Wenn Sie mal nicht erreichbar sind, ist es auch kein Weltuntergang den Anrufbeantworter einzuschalten, zurückrufen können Sie immer. Sie brauchen natürlich einiges an Bürobedarf, das ist natürlich teuer. Aber zu Anfang kann es immer noch ausreichen den eigenen PC zu benutzen oder in gebrauchte Computer, Telefone zu investieren. Es gibt überall mögliche Wege sparsam anzufangen, darauf aufbauen können Sie immer noch.

Grundsätzlich müssen Sie für folgende Punkte investieren:

  1. Administrativen Kosten
    Anwaltskosten, Anmeldegebühren für Patente, Gewerbeanmeldung, Beratungshonorare etc.
  2. Produktspezifischen Kosten
    Produktentwicklung und Design, Materialkosten etc.
  3. Marketingkosten
    Homepage, Design (Logo, Geschäftsunterlagen etc.), Visitenkarten, Flyer etc.
  4. Bürokosten
    Büroeinrichtung, Telefon etc.
  5. Geschäftsausstattung
    Immobilien, Einrichtung (z.B. des Ladens), Fahrzeuge, Material (ggf. Lagerbestände) etc.
  6. Maklerkosten
    Immobilienmakler und Personalvermittlung

Schritt 6: Finanzquellen

Woher das ganze Geld nehmen? Einen Kredit bei der Bank aufnehmen oder besser privat leihen? Bei kleineren Geldsummen ist eine Privatanlegung tatsächlich in manchen Fällen der einfachste Weg. Wenn Sie mit ein paar Freunden ein Unternehmen gründen, kann dies natürlich auch einige Pluspunkte einholen. Voraussetzung dabei ist, dass die Chemie zwischen ihnen stimmt. Konnten sie bisher immer gut zusammen harmonieren oder kommt es schnell zu Auseinandersetzungen?
Bevor Sie mit Ihren Freunden so ein großes Ding auf die Beine stellen wollen, sollten Sie und Ihre Freunde sich zu 100 Prozent sicher sein. Das kann unter Umständen auch zu Problemen führen und eine Freundschaft auch belasten. Weitere Informationen zur Unternehmensfinanzierung finden Sie hier.

Schritt 7: Formalitäten

Was muss alles beachtet werden? Wo muss man sich anmelden oder aufgenommen werden? Wir haben Ihnen alle notwendigen Anmeldungen mal aufgelistet.

  1. Gewerbeanmeldung
    Zunächst müssen Sie natürlich Ihr Gewerbe anmelden. Aber nicht jeder ist dazu befugt. Ärzte oder Künstler beispielsweise sind davon befreit. Wie sonst alle anderen Freiberufler unterliegen sie nicht der gesetzlichen Pflicht, ein Gewerbe anzumelden. Das gilt auch für Land- und Forstwirte. Alle anderen Unternehmer sind dazu verpflichtet, sich beim Gewerbeamt zu melden. Diese Behörde gibt auch eine Kopie der Anmeldung an die Industrie- und Handelskammer weiter. Diese setzen sich dann mit Ihnen in Verbindung. Eine Mitgliedschaft in der örtlichen IHK ist Pflicht.
    Aber: Besteht eine sogenannte Erlaubnisfreiheit, bekommen Sie in wenigen Tagen vom Gewerbeamt eine Nachricht. Unterliegt Ihr Gewerbe einer Erlaubnispflicht, geht es nicht so schnell. Anschließend wird Ihre persönliche Zuverlässigkeit überprüft, genauso wie Ihre finanziellen Grundlagen oder Ihre beruflichen Kompetenzen. Das ganze unterliegt dem Verbraucherschutz. Meistens gehören auch eine Reihe gesetzlicher Anforderungen dazu, die da wären: Umwelt- und Denkmalschutz, sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz Ihrer künftigen Mitarbeiter.
  2. Sie müssen sich im Handelsregister eintragen lassen
    Hier gibt es wiederum Ausnahmen: Kleingewerbebetriebe und Gesellschaften des bürgerlichen Rechts (GbR) müssen nicht im Handelsregister eingetragen sein. Wenn Sie mit einer anderen Rechtsform agieren, müssen Sie sich mit dem jeweiligen Notar in Verbindung setzen. Dieser meldet Ihr Unternehmen beim Handelsregister, was der Rechtssicherheit im Geschäftsverkehr dient. Beim Handelsregister gibt es zwei Verzeichnisse: In der Abteilung X sind natürliche Personen und Personengesellschaften erfasst, dazu gehören eingetragene Kaufleute, OHG (offene Handelsgesellschaft) und KG (Kommanditgesellschaft). In Abteilung Y werden die Kapitalgesellschaften geführt (GmbH, AG).
  3. Steuernummer beim Finanzamt
    Das Finanzamt muss wissen, dass es Ihr Unternehmen gibt, dabei spielen Gewinne erstmal keine Rolle. Sie müssen dem Finanzamt die Aufnahme Ihres Geschäfts schriftlich mitteilen. Dann schickt Ihnen die Behörde eine Steuernummer und einen Fragebogen, den Sie ausfüllen müssen. Die Steuernummer wird vom Finanzamt an jede steuerpflichtige, natürliche oder juristische Person vergeben. Sie ist eine eindeutige Nummer, unter der die Person bei den Finanzbehörden geführt wird.

Schritt 8: Steuern

Am Finanzamt führt kein Weg vorbei. Fragen Sie einen Steuerberater, welche Steuern auf Sie zukommen. Und wann und wie Sie diese Steuern bezahlen müssen.

Schritt 9: Versicherungen

Es gibt Versicherungen für den Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Unfall. Außerdem sollten Sie etwas für Ihre Altersvorsorge tun. Erkundigen Sie sich bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, vor allem dann, wenn Sie nur einen Auftraggeber haben.

Schritt 10: Beratung nach dem Start

Mit dem Start wird aus der Theorie Praxis. Lassen Sie sich auch dann weiter beraten. Sie müssen nicht unbedingt nur aus Ihren Fehlern lernen.

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