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Tipps für Umweltschutz & Nachhaltigkeit im Handwerksbetrieb

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Maßnahmen zu mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Handwerk.

Letzte Aktualisierung am

Die Sommer werden immer heißer, Kinder und Jugendliche protestieren Woche für Woche für mehr Klimaschutz-Maßnahmen und der Klimawandel bestimmt die tägliche Berichterstattung. Eindeutig also, dass es auch als Unternehmen an der Zeit ist, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. 

Zum Klimaschutz beitragen lässt sich bereits mit kleineren, leicht umzusetzenden Maßnahmen, indem man auf mehr Nachhaltigkeit und einen bewussteren Konsum achtet. Nicht jede Maßnahme ist mit viel Aufwand und hohen Kosten verbunden. Die folgenden Tipps sorgen auch im Arbeitsalltag für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Handwerksbetrieb. 

Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?

Von Nachhaltigkeit ist dieser Tage häufig die Rede. Unternehmen werben mit nachhaltigen Produkten, Umweltschützer appellieren an einen nachhaltigen Lebensstil, doch was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich genau? Bei Nachhaltigkeit geht es vor allem um eine langfristig gedachte Ressourcennutzung, welche die natürliche Regenerationsfähigkeit von Lebewesen oder Ökosystemen gewährleistet. Das heißt beispielsweise, dass die Abbaurate gewisser Ressourcen nicht höher ausfallen darf als ihre Regenerationsrate. Ähnlich verhält es sich mit Emissionen, die durch die Produktion oder den Abbau freigesetzt werden. Insgesamt liegen verschiedene Definitionsansätze vor, bei allen steht jedoch die Natur im Vordergrund. 

Bestrebungen zum Umweltschutz, zum Beispiel durch die Reduzierung des CO²-Ausstoßes oder die Erhöhung erneuerbarer Energien, stehen dementsprechend auch in engem Verhältnis mit Nachhaltigkeit.

Mobilität – Weniger Strecken mit dem Dienstwagen

Handwerker sind häufig regional tätig und in ihrer Gegend bekannt. Viele Strecken bewältigen Handwerker natürlich mit dem Dienstwagen, um Werkzeug oder Material einfach zu transportieren. Aber gerade wegen der regionalen Tätigkeit ist es nicht immer nötig für jeden Einkauf oder Kundenbesuch in den Dienstwagen zu steigen. Wenn Sie nicht viel aus der Werkstatt oder dem Betrieb transportieren müssen und der Arbeitsort nicht zu weit entfernt ist, können Sie diesen möglicherweise auch zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. 

Elektrolastenräder – Umweltfreundliche Fortbewegung

Alternativ können Handwerker auch Elektrolastenräder nutzen, um zum Kundentermin zu fahren und Arbeitsmaterialien zu transportieren. Das ist gerade in Städten nicht nur oft schneller als mit dem Auto, man bewegt sich auch mehr und tut so nicht nur etwas für die Umwelt sondern auch direkt für die eigene Gesundheit. Um nicht schweißgebadet beim Kunden anzukommen, kann man den Elektroantrieb so nutzen, dass der Kraftaufwand sich in einem angenehmen Maß befindet. Außerdem sind Lastenräder mitunter förderfähig. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Anschaffung eines Elektrolastenrad in Unternehmen beispielsweise mit bis zu 30% beziehungsweise einer maximalen Förderhöhe von bis zu 2100€ bei einer maximalen Anzahl von fünf Lastenrädern pro Unternehmen. 

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Reparieren – Nicht alles muss im Müll landen

Nicht alle Produkte sind für die Ewigkeit konzipiert – trotzdem werden häufig Dinge schnell weggeworfen und durch neue ersetzt, obwohl sie auch repariert und wieder funktionsfähig gemacht werden könnten. Dinge zu reparieren, statt sie neu zu kaufen, reduziert zunächst einmal den Konsum, so werden weniger Ressourcen gebraucht und auch weniger Müll produziert. Gerade als Handwerker kennt man vielleicht den einen oder anderen Kniff, um eine Reparatur durchzuführen. Oder man wendet sich an einen bekannten Handwerker, der vielleicht in einem anderen Gewerk tätig ist und sich dementsprechend besser auskennt. Beispielsweise könnte ein befreundeter Schreiner einen alten Tisch restaurieren oder ein Elektriker sich um defekte Elektrogeräte.

Auch Kunden sollte man durchaus bewusst machen, dass speziell durch Handwerker gefertigte Produkte häufig länger haltbar sind als die günstigeren Varianten aus dem Handel. 

Weniger Plastik verwenden

Plastik stellt eine nicht zu unterschätzende Umweltbelastung dar. Es ist kaum abbaubar und kann als Mikroplastik ins Grundwasser oder sogar ins Meer gelangen. Trotzdem werden immer noch viele Dinge in Plastik verpackt, auch wenn das gar nicht zwingend notwendig ist. Beim Einkaufen, kann man selbst einen Einkaufsbeutel mitnehmen, Kaffee schmeckt in einem selbstmitgebrachten Thermobecher mindestens genauso gut wie aus einem plastikbeschichteten To-Go-Becher. Sollte dann aber doch mal Plastikmüll anfallen ist es wichtig, diesen sachgemäß zu entfernen. 

Bei Produkten, die sie an ihre Kunden weitergeben, können Sie möglicherweise auch plastikfreie Verpackungssysteme nutzen. Hier stehen inzwischen viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Nachhaltige Produkte nutzen

Viele Hersteller werben mit der Nachhaltigkeit ihrer Produkte. Tatsächlich ist es durchaus sinnvoll, auch genau darauf zu achten. Allerdings sollten Sie unterscheiden, ob es sich nur um eine PR-Strategie des Herstellers handelt oder aber die Produkte wirklich nachhaltig sind. Erkennen lässt sich das unter anderem an verschiedenen Zertifizierungen. Eine dieser Zertifizierung wird beispielsweise von der Eco Management and Audit Scheme (EMAS) ausgestellt. Weitere Zertifizierungen beziehen sich auf gewerkespezifische Produkte, wie beispielsweise FSC-Siegel für Holzprodukte. 

Papierverschwendung eindämmen – Digitale Lösungen nutzen

Gerade im Bereich der Buchhaltung – also bei Rechnungsstellung, Lohnabrechnung oder Finanzbuchhaltung – lässt sich der Papierverbrauch durch digitale Lösungen eindämmen. Inzwischen werden viele Handwerksbetriebe immer digitaler und die Digitalisierung im Handwerk vereinfacht gerade in diesem Bereich den Arbeitsaufwand. Auch, wenn Papier aus Holz, also einem natürlichen und erneuerbaren Werkstoff gefertigt wird, sollte man den Verbrauch so gering wie möglich halten. Komplett auf Papier verzichten müssen Sie natürlich nicht. Altpapier sollten Sie aber sammeln und an entsprechenden Sammelstellen abgeben, so kann dieses recycelt werden. 

Elektromüll fachgerecht entsorgen

Nicht alles sollte einfach im Müll entsorgt werden – das gilt insbesondere für Elektromüll. Diesen einfach unbedacht wegzuwerfen, ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch eine enorme Verschwendung. Meist sind nicht alle Komponenten kaputt und können wiederverwendet werden. Elektromüll sollte auch nicht über den Sperrmüll entsorgt werden. Stattdessen sollten Sie sich bei der lokalen Sondermülldeponie über die Entsorgung erkundigen, den Elektromüll bei einem Fachhändler abgeben oder – falls möglich – für kleines Geld verkaufen beziehungsweise verschenken. Einige Komponenten könnten schließlich noch nützlich sein. 

Ernährung – Weniger Fleisch essen

Muss es beim Frühstück immer das Wurstbrot oder in der Mittagspause das Schnitzelbrötchen sein? Fleisch stellt nämlich eine nicht zu unterschätzende Umweltbelastung dar. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verzehr in Deutschland 2018 bei rund 60 Kilogramm. Der Fleischkonsum in Deutschland ist zwar rückläufig, trotzdem sollte man sich bewusst darüber sein, wie belastend die Fleischproduktion für die Umwelt sein kann. Denn durch die Massentierhaltung sowie indirekt durch die Abholzung von Wäldern werden Unmengen Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickoxid erzeugt. So sollte man seinen eigenen Fleischkonsum hin und wieder vielleicht doch etwas kritischer beleuchten. Sie müssen sich ja nicht unbedingt direkt komplett vegetarisch ernähren. Vielleicht nimmt man sich stattdessen erstmal an einem festen Tag in der Woche vor, bewusst kein Fleisch zu essen. 

Handwerk trägt entscheidend zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei

Insgesamt ist das Handwerk bereits stark an besserem Umweltschutz und mehr Nachhaltigkeit beteiligt. Die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden, der Verbau erneuerbarer Energiequellen wie Photovoltaik oder aber auch die Fertigung langlebiger Werkstücke sind wichtige Vorstöße im Umweltschutz und so ist das Handwerk auch maßgeblich am Antrieb einer nachhaltigeren Gesellschaft beteiligt. 

Den eigenen Arbeitsalltag mit kleinen Schritten nachhaltiger zu gestalten ist ein zusätzlicher Schritt, um sich am Umweltschutz zu beteiligen. Außerdem sorgt das auch für eine gute Außenwirkung und kann neue Kunden akquirieren.

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Bilderquellen: Viacheslav Iakobchuk/stock.adobe.com

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