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Wird die Meisterpflicht im Handwerk wieder eingeführt?

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Der Bundesrat hat dem Antrag auf Wiedereinführung der Meisterpflicht zugestimmt

Ob man einen Meistertitel benötigt, um einen eigenen Betrieb zu gründen, ist im Handwerk vor allem davon abhängig, in welchem Gewerk man tätig ist – in einigen Handwerksberufen besteht hierbei die sogenannte Meisterpflicht, während andere Berufe zulassungsfrei sind. Das könnte sich aber bald womöglich ändern. Die Bundesratssitzung vom 15. Februar wirft aktuell die Frage auf, ob in manchen Gewerken die Meisterpflicht im Handwerk wieder eingeführt wird.

Aufteilung in Gewerke mit und ohne Meisterpflicht

Der Meistertitel steht im Handwerk seit jeher für Qualität und Erfahrung. Lange Zeit war er als Großer Befähigungsnachweis Voraussetzung für die Gründung eines eigenen Handwerksbetriebs und die Ausbildung von Nachwuchs. 2004 kam es jedoch zur Novelle der Handwerksordnung. Mit der Einführung der Anlage B zur Handwerksordnung entfiel in einigen Handwerks- und handwerksähnlichen Berufen die Meisterpflicht. Dies ermöglicht auch Gesellen die Gründung eines eigenen Handwerksbetriebes. Für Berufe, die in Anlage A zur Handwerksordnung gelistet sind, besteht die Meisterpflicht jedoch weiterhin.

Die gelockerten Hürden für die Selbstständigkeit zielten vor allem auf vermehrte Existenzgründungen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze ab. Rund 50 Berufe gehören zu den zulassungsfreien Gewerken.

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Berufe ohne Meisterpflicht

  • Behälter- und Apparatebauer
  • Betonstein- und Terrazzohersteller
  • Bogenmacher
  • Böttcher
  • Brauer und Mälzer
  • Buchbinder und -drucker, Schriftsetzer
  • Damen- und Herrenschneider
  • Drechsler
  • Edelsteinschleifer
  • Estrichleger
  • Feinoptiker
  • Flexografen
  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Fotografen
  • Galvaniseure
  • Gebäudereiniger
  • Geigenbauer
  • Glas- und Porzellanmaler
  • Glasveredler
  • Gold- und Silberschmiede
  • Handzuginstrumentbauer
  • Holzbildhauer
  • Holzblasinstrumentenmacher
  • Keramiker
  • Klavierbauer
  • Korbmacher
  • Kürschner
  • Metallbildner
  • Metallblasinstrumente
  • Metall- und Glockengießer
  • Modellbauer
  • Modisten
  • Müller
  • Orgelbauer
  • Parkettleger
  • Raumausstatter
  • Rollladen- und Jalousiebauer
  • Sattler und Feintäschner
  • Schilder- und Lichtreklamehersteller
  • Schneidwerkzeugmechaniker
  • Schuhmacher
  • Segelmacher
  • Siebdrucker
  • Textilgestalter
  • Textilreiniger
  • Vergolder
  • Vergolder
  • Wachszieher
  • Weinküfer
  • Zupfinstrumentenmacher

Initiative zur Wiedereinführung der Meisterpflicht

Mit der Novellierung der Handwerksordnung wurde es also deutlich einfacher ein eigenes Unternehmen zu gründen. So hatte diese auch einen regelrechten Gründungsboom zur Folge – bei vielen der Betriebe handele es sich aber um sogenannte “Ein-Mann-Betriebe”, wie Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mitteilte. In solchen Kleinstbetrieben werden gleichzeitig auch keine neuen Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen.

Bald könnte es in den zulassungsfreien Gewerken jedoch wieder nötig sein, dass man Handwerksmeister werden oder einen beschäftigen muss, um einen eigenen Betrieb zu gründen. Im September 2018 hatte nämlich eine Initiative Bayerns einen Antrag für die Wiedereinführung der Meisterpflicht eingereicht. Mehrere Gutachten wurden daraufhin in Auftrag gegeben. In der Abstimmung des Bundesrates wurde der Antrag nun angenommen.

Doch was genau spricht für die Wiedereinführung des Meisterbriefes als Voraussetzung für die Unternehmensgründung und was dagegen?

Gründe für die Meisterpflicht:

  • Qualitätssicherung
  • Im Betrieb kann ausgebildet werden
  • Mehr Fachkräfte
  • Stärkung des Verbraucherschutzes
  • Schaffung von Arbeitsplätzen durch weniger Kleinbetriebe
  • Faire Marktbedingungen

Gründe gegen die Meisterpflicht:

  • Höhere Hürden für die Betriebsgründung
  • Meisterbrief als freiwilliges Qualitätskriterium
  • Geringerer Migrantenanteil im Handwerk
  • Insgesamt längere Ausbildungsdauer bis zum Abschluss der Meisterprüfung

Wie geht es jetzt weiter?

Die Entscheidung des Bundesrates verpflichtet die Bundesregierung nun dazu, einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten. Genaue Fristen für diesen neuen Gesetzesentwurf gibt es aber nicht. Verbände wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes forderten die Bundesregierung aber zu schnellem Handeln auf.

Bei welchen Gewerken es zu einer Wiedereinführung der Meisterpflicht kommen könnte und was konkret das für die darin tätigen Handwerker und Selbstständigen bedeutet, ist derzeit noch unklar. Einige Gewerke könnten aber in die Auflistung der Anlage A zurückgeführt werden. Blauarbeit hält Sie diesbezüglich auf dem Laufenden. Sollte die Meisterpflicht wieder eingeführt werden, sind Sie bei uns als Dienstleister gut aufgehoben – Wir stehen Ihnen bei Fragen rund um das Thema gerne beratend zur Seite.

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