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Pflichtpraktikum im Handwerk gegen den Fachkräftemangel?

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Ein Meister zeigt beim Pflichtpraktikum Arbeitsschritte an einer Maschine

Besonders das Baugewerbe ist vom Fachkräftemangel im Handwerk betroffen. Der Vorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt, Dietmar Schäfers, hat sich auf der Internationalen Handwerksmesse dafür ausgesprochen, handwerkliche Berufe auf weiterführenden Schulen stärker zu bewerben. Als eine Möglichkeit schlägt er vor, mehr Pflichtpraktika während der Schulzeit anzubieten und mindestens ein Kurzpraktikum in einem handwerklichen Betrieb stattfindet. Auch die Dauer und Zahl der Praktika könnte man erhöhen, damit Schüler zumindest ein Pflichtpraktikum im Handwerk machen.

Fachkräftemangel immer noch akut

Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks ist die Zahl der Gesellenprüfungen zwischen 2007 und 2017 um 27 Prozent gesunken. Viele Schüler orientieren sich eher in Richtung Studium und finden Ausbildungen weniger attraktiv. Besonders das Baugewerbe nennt in einer Umfrage der KfW den Bewerbermangel als größtes Problem, dicht gefolgt von fehlenden Zusatzqualifikationen. Eine höhere Anzahl abgeschlossener handwerklicher Berufsausbildungen könnte helfen, dieses Problem zu lösen. Ein Pflichtpraktikum ist eine der Möglichkeiten, das Interesse an der Ausbildung im Handwerk zu stärken.

Schäfers merkt auch an, dass Azubis im Baugewerbe die bestbezahlten Lehrlinge sind und hervorragende Aufstiegschancen haben. Auch bei der Digitalisierung im Handwerk sei das Baugewerbe auf dem Vormarsch. Zum Beispiel in Form von digitalen Grundrissen, bei der Bauplanung oder dem Einsatz von Robotern beim Bau moderner Häuser. Schäfers appelliert jedoch nicht nur an die Politik: „Handwerksbetriebe, die ihre Mitarbeiter schlecht bezahlen, brauchen sich über das teils negative Image der Branche nicht zu wundern. Nur wer sich zur Innungsmitgliedschaft und zu Tarifverträgen bekennt, wird in Zukunft Fachleute finden.“

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Merkel und Wirtschaftsverbände gegen Pflichtpraktikum

Die Forderung der IG BAU trifft nicht bei allen auf offene Ohren. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die und die Chefs der vier größten Wirtschaftverbände lehnten die Forderung beim Münchener Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft ab. „Praktische Erfahrung kann ein Beitrag sein, aber es muss nicht immer gleich alles flächendeckend verpflichtend gemacht werden“ , so Merkel. Einig waren sich jedoch alle dabei, das Fachkräftezuwanderungsgesetz so schnell wie möglich zu beschließen. Auch die Mindestausbildungvergütung könnte die Ausbildung im Handwerk ab 2020 attraktiver machen.

1 Kommentar

  1. Marc Wedel 24. April 2019

    Ich glaube, wenn man den Nachwuchs zu „seinem Glück“ in Form eines Pflichtpraktikums zwingt, wird da kein Schuh draus… Da ist vielleicht die Branche bzw. die Handwerkskammern gefragt, den Handwerksberuf – nicht nur durch langweilige und schlecht konzipierte Imagekampagnen – wieder interessant zu machen. Verdienstchancen sind gut, Auftragslage bestens.

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