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Thermostat zum Drehen an einem Heizkörper steht zwischen Stufe 3 und 4

Etagenheizung – praktische Alternative zur Zentralheizung?

In vielen Häusern ist eine Zentralheizung verbaut, in der meistens im Keller ein Brennstoff wie Gas, Öl oder Holzpellets verbrannt wird, um die notwendige Wärmeenergie zu erzeugen. Dies ist eine relativ neue Entwicklung, denn historisch wurde der Brennstoff dort verbrannt, wo die Wärme gebraucht wurde: im Herd in der Küche, im Kamin in der Wohnungsmitte oder in Öfen in den einzelnen Räumen. Die Etagenheizung ist eine Fortsetzung dieses Prinzips, denn bei ihr wird der Brennstoff in die einzelnen Etagen gebracht und dort verbrannt. Hier erfahren Sie mehr über die Etagenheizung, ihre Einsatzmöglichkeiten, ihre Eigenschaften und ob sich ein Wechsel auf eine andere Heizungsart lohnt.

Wie funktioniert eine Etagenheizung?

Wie der Name bereits andeutet, hat ein Haus mit Etagenheizungen mehrere Heizungen, die jeweils für einen Teilbereich des Hauses zuständig sind. Pro Etage gibt es mindestens eine Etagenheizung, aber auch eine Heizung pro Wohneinheit ist in großen Häusern möglich. Jede Etagenheizung besitzt einen eigenen, geschlossenen Heizkreislauf und wird mit ihrem Brennstoff, üblicherweise Gas, über den Hausanschluss versorgt. Durch einen eigenen Verbrauchszähler an jeder Heizung kann der exakte Gasverbrauch jeder Etagenheizung bestimmt werden. Das genaue Wirkprinzip einer Etagenheizung entspricht dem einer Gasheizung, wobei das Gas in dem Kessel verbrannt wird und Wasser erhitzt, welches dann zum Beheizen der Wohnung und der Warmwasserzubereitung dient. Die meisten Etagenheizungen befinden sich in der Küche oder im Bad, denn dort ist nicht nur der Warmwasserverbrauch am größten, sondern dort stören sie auch am wenigsten. Die Steuerung der Etagenheizung erfolgt entweder direkt am Gerät oder über einen Temperaturregler, der häufig im Wohnzimmer verbaut wird. Moderne Etagenheizungen können auch über Bluetooth und das Internet smart gesteuert werden.

Vorteile und Nachteile der Etagenheizung

Vorteile

Etagenheizungen spielen ihre Vorteile vor allem in Häusern aus, die von mehreren Haushalten bewohnt werden. Während bei einer Zentralheizung diese laufen muss, wenn die Temperatur in einer Wohnung unter den angenehmen Schwellenwert fällt, kann bei einer Etagenheizung die Heizung von jeder Partei dann angeschaltet werden, wenn dies gewünscht ist. Neben dem persönlichen Kälteempfinden muss dabei allerdings auch die Wohnungstemperatur an sich in Betracht gezogen werden, denn bei einer Temperatur unter 18 Grad kann sich schädliche Feuchtigkeit an den Wänden bilden. Zusätzlich ist eine Etagenheizung gegenüber einer Zentralheizung in der Effizienz im Vorteil, denn die Wärme muss über kürzere Strecken transportiert werden. Ein geringerer Wärmeverlust ist die Folge.

In einem Haus mit Mietwohnungen oder Eigentumswohnungen ist auch die exakte Abrechnung der Kosten ein großer Vorteil. Während in einem Haus mit Zentralheizung die Energiekosten häufig durch die anteilige Fläche der einzelnen Einheiten geteilt werden, kann der tatsächliche Energieverbrauch durch unterschiedliche Heiz- und Lüftungsgewohnheiten stark auseinanderliegen. Eine exakte Abrechnung des Heizenergieverbrauches ist so gut wie unmöglich, während sie bei einer Etagenheizung der Verbrauch des Heizgases schnell und einfach durch Ablesen des Zählers zu bestimmen ist. Dies spart nicht nur Streitigkeiten, wenn es um die Heizkosten geht, sondern regt auch alle Einwohner zu einem energiesparenden Heizverhalten an.

  • Weniger Wärmeverlust
  • Exakte Steuerung
  • Genaue Abrechnung der Heizkosten

Nachteile

Eine Etagenheizung verbraucht Platz. Die meisten Etagenheizungen finden in einem Kasten Platz, der etwa die Größe eines kleinen Hängeschrankes hat. Besonders in engen Mietwohnungen, Küchen und Bädern kann dieser verloren gegangene Platz stören. Außerdem erzeugt die Etagenheizung wie jede Heizung beim Betrieb Geräusche, die durch das Verbrennen des Gases, den Betrieb der Pumpe und den Vorlauf der Brennerflamme entstehen. Während dieser Lärm bei einer Zentralheizung ungehört im Keller verbleibt, kann er Menschen mit empfindlichen Ohren erheblich stören.

Außerdem erfordert jede Etagenheizung einen eigenen Wartungszyklus. Dies erhöht nicht nur die Wartungskosten im Vergleich zu einer Zentralheizung, sondern führt auch zu einem erhöhten Aufwand für alle Bewohner des Hauses. Außerdem lassen sich Etagenheizungen nur mit Gas realisieren. Heizungen mit Heizöl, Holzpellets oder anderen erneuerbaren Energieträgern sind nur mit Zentralheizungen sinnvoll umsetzbar.

  • Platzbedarf und Geräuschbelastung
  • Höhere Wartungskosten
  • Geringe Energieträgerauswahl

Kosten und Förderung

Kosten für die Installation

Die Kosten für eine Therme einer Etagenheizung richten sich nach der gewünschten Leistung, die wiederum auf der Grundfläche der Wohnung, der Wärmedämmung und der Anzahl der Bewohner basiert. Als Faustregel gilt bei vielen Heizungsbauern bei Gebäuden, die nach 1996 errichtet wurden, die Grundfläche der Wohnung in Quadratmetern * 60 in Watt. Bei älteren Gebäuden steigt der Faktor durch eine meist schlechtere Wärmedämmung. Eine Etage mit 150 Quadratmetern Grundfläche hätte so eine erforderliche Leistung von 9 Kilowatt. Zusätzlich muss eine ausreichende Reserve eingeplant werden, auch um Warmwasser für Duschen oder Waschmaschinen zu produzieren. Eine Gastherme mit einer Leistung von 15 Kilowatt kostet etwa 1500 Euro. Weitere Materialien sind ein Ausdehnungsgefäß, eine Umwälzpumpe und ein Pufferspeicher, die insgesamt etwa 500 Euro kosten. Hinzu kommen Installationskosten von etwa 2000 Euro.

Kosten für die Wartung

Die Wartung einer Etagenheizung sollte, wie bei jeder Heizung, jährlich erfolgen. Die Wartung kostet pro Gerät 100 bis 200 Euro und beinhaltet eine Sichtung, die Reinigung der Brennkammer, den Austausch von Verbrauchsteilen und eine allgemeine Funktionsprüfung. Auch die Begutachtung durch einen Schornsteinfeger schlägt mit etwa 70 Euro zu Buche.

Förderung

Gasheizungen werden, wie alle durch fossile Brennstoffe betriebenen Heizungen, nur noch durch die BAFA (Bundesamt für Wirtschafts- und Einfuhrkontrollen) gefördert, wenn sie als Hybridheizung auch auf erneuerbare Energien zurückgreifen. Dies ist bei Etagenheizungen nur schwer zu realisieren, und so ist in den meisten Fällen nur die Entsorgung der Altheizung durch die KfW-Förderung 430 „Energieeffizient Sanieren“ förderfähig. Ihr*e Heizungsbauer*in berät Sie hier gerne über die Details.

Wechsel zu einer Zentralheizung

Sollten Sie sich für den Wechsel zu einer Zentralheizung interessieren, so sprechen hierfür einige Gründe. Bei einer Zentralheizung können Sie nicht nur von einer deutlich breiteren Palette unterschiedlicher Energieträger wählen, sondern diese auch durch eines der zahlreichen Förderprogramme der BAFA oder der KfW fördern lassen. Zusammen mit den geringeren Wartungskosten bestehen hier erhebliche Einsparpotenziale.

Dafür müssen Sie bei einem Wechsel des Heizsystems nicht nur mit hohen Kosten, sondern auch mit Belästigung durch bauliche Maßnahmen rechnen, denn die Heizkreisläufe der bisherigen Etagenheizung müssen zu einer Zentralheizung umgerüstet werden. Als Vermieter dürfen Sie diese Kosten auf Ihre Mieter durch eine Mieterhöhung umlegen und Ihre Mieter müssen diese Veränderung dulden, da dies eine Modernisierungsmaßnahme des Hauses ist und in vielen Fällen die Energiebilanz verbessert. Für diese Vorgänge muss den Mietern eine formelle Modernisierungsankündigung vorgelegt werden. Dem Mieter steht jedoch ein Sonderkündigungsrecht zu. Ob eine Ersparnis an Heizenergie vorliegt, muss im Einzelfall geprüft werden.

Förderung

Eine Förderung kann entweder durch die BAFA oder durch die KfW durchgeführt werden. Die BAFA bietet zahlreiche Förderprogramme für Hybridheizungen und Heizungen mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie, Wärmepumpen oder Holzpelletheizungen an. Auch die KfW hat zahlreiche Förderprogramme, die entweder einen Teil der Sanierungskosten übernehmen oder Ihnen Kredite zu attraktiven Konditionen bieten. Voraussetzung ist eine Durchführung durch eine Fachfirma und eine Prüfung und Antragsstellung vor Beginn der Arbeiten.

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