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Holzfeuchte: Bedeutung, Richtwerte und Messung

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Die Holzfeuchte wird mit einem Holzfeuchtemessgerät ermittelt.

Jedes Holz enthält in der Regel gewisse Mengen an Wasser und weist dementsprechend eine bestimmte Holzfeuchte auf. Dieser Grad an Holzfeuchte hat erheblichen Einfluss auf die Verwendung und Verarbeitung des Holzes sowie auf das spätere Ergebnis der Holzarbeiten. Worauf man bei der Holzfeuchte achten sollte, welche Werte für welchen Einsatz geeignet sind und wie man die Holzfeuchte mit einem Holzfeuchtemessgerät messen kann, erklären wir hier. 

Welchen Einfluss hat die Restfeuchte auf das Holz?

Unter Holzfeuchte versteht man eine Zustandsgröße von Holz mit der sich das Verhältnis von enthaltener Wassermasse zu der Trockenmasse des Holzes in Prozent beschreiben lässt. Die Holzfeuchte hat dabei erheblichen Einfluss auf die technologischen sowie mechanischen Eigenschaften von Holz. Während Holz sich bei einem hohen Feuchtigkeitsgehalt sogar biegen lässt oder aufquellen kann, beginnt es bei einer sehr niedrigen Restfeuchte mitunter zu schwinden. 

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang vor allem der Fasersättigungsbereich der jeweiligen Holzart. Unterschreitet der Feuchtegehalt den Fasersättigungsbereich kann es zur Schwindung kommen. Das bedeutet, dass sich das Holzvolumen ohne zusätzliches Einwirken – etwa durch Entfernen oder Pressen – verringert. Als Gegenteil dazu kann es bei einem hohen Feuchtigkeitsgehalt auch zu einer Erhöhung des Volumens kommen, da das Holz zu quellen beginnt. 

Wenn man davon spricht, dass „Holz arbeitet“, sind damit in der Regel Prozesse in Zusammenhang mit dem Fasersättigungsbereich gemeint. 

Da die Holzfeuchte sich nach einem gewissen Zeitraum an die jeweilige Luftfeuchtigkeit sowie die Temperatur des Ortes, an dem es gelagert, verbaut oder aufgestellt wird, anpasst, kann es auch in bereits professionell verarbeiteten Holzbauteilen zu den oben genannten Arbeitsprozessen kommen bis Holz und Umgebung sich im Gleichgewicht befinden. Diesen Zustand bezeichnet man als Ausgleichsfeuchte. 

Diese Prozesse haben mitunter entscheidenden Einfluss auf Möbel- oder Holzbau. Dementsprechend sollte das Holz vor der Verarbeitung eine Zielfeuchte erreichen, die in etwa dem Umgebungsklima des späteren Anwendungsortes entspricht. Im Innenausbau sowie bei Möbeln für den Innenbereich muss das Holz daher trockener sein als bei Gartenmöbeln oder Bauteilen im Außenbereich. 

Sollen beispielsweise bereits fertig verarbeitete Holzdielen verlegt werden, empfehlen die meisten Hersteller dennoch die Dielen ein paar Tage in dem Zimmer zu lagern, in dem sie später verlegt werden sollen, um sich an das jeweilige Raumklima anzupassen. 

Nötige Holzfeuchte ist abhängig von der Anwendung oder Verarbeitung

Während Holz kurz nach dem Schlagen, noch sehr feucht ist, da lebende Bäume ihre Äste über den Stamm stets mit Flüssigkeit versorgen, beginnt der Wassergehalt bei der richtigen Lagerung zu verdunsten und trocknet so nach und nach aus. Wie oben beschrieben, ist dieser Prozess stets abhängig von der Umgebung.

Je nach Bedarf, ist die langfristige Lagerung daher entscheidend, denn die Trocknung kann mitunter viel Zeit in Anspruch nehmen. Will man es beispielsweise als Brennholz verwenden, sollte die Restfeuchte etwa bei 15 Prozent liegen. So muss man künftiges Feuerholz meist bis zu einem Jahr lang trocken lagern, um gute Heizwerte zu erreichen. 

Bei einer Restfeuchte von bis zu 6 Prozent gilt Holz als trocken. Übersteigt die Restfeuchte hingegen 35 Prozent gilt es als nass. Je nach Holzart kann es unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen bis das Holz ausreichend getrocknet ist. 

Richtwerte für den Einsatz von Holz

Grundsätzlich entscheidend dafür, wie viel Feuchtigkeit das Holz jeweils enthalten sollte, ist der Anwendungsbereich. Zur Holzfeuchte von Bauholz gelten in etwa folgende Richtwerte nach DIN 1052: 

  • Nutzungsklasse 1: Bei Verwendung in geschlossenen, beheizten Räumen Restfeuchte von 5 bis 15 Prozent
  • Nutzungsklasse 2: Bei offenen, überdachten Bauwerken Restfeuchte von 10 bis 20 Prozent
  • Nutzungsklasse 3: Bei Bauwerken, die der Witterung besonders ausgesetzt sind Restfeuchte von 12 bis 24 Prozent

Holzfeuchtemessgeräte: Wie kann man Feuchtigkeit im Holz messen?

Um zu ermitteln, ob das Holz für die gewünschte Anwendung – ob als Baustoff oder als Kaminholz – die jeweils passende Holzfeuchte aufweist, kann man ein sogenanntes Holzfeuchtemessgerät verwenden. Ein solches Gerät misst die Leitfähigkeit von Elektrizität im Holz beziehungsweise den elektrischen Widerstand. Je höher der Wassergehalt dabei ist, desto geringer fällt der elektrische Widerstand aus.

Zur Ermittlung mit dem Holzfeuchtemessgerät werden jeweils zwei Elektroden entweder an das Holz gehalten oder direkt hineingesteckt (Nur bei weichem Holz, wie zum Beispiel Fichtenholz). Dann wird Strom von der einen zur anderen Elektrode geleitet. Da Wasser Elektrizität gut leiten kann, wird Strom in feuchtem Holz schneller von der einen zur anderen Elektrode geleitet als, wenn es sehr trocken ist. Auf Grundlage dessen kann das Messgerät einen Wert in Ohm (Einheit des elektrischen Widerstands) ermitteln. Das Messgerät rechnet diesen dann in die prozentuale Holzfeuchte um und gibt sie über eine Display-Anzeige oder eine Skala aus. 

Holzfeuchtemessgeräte eignen sich in der Regel nicht besonders gut für sehr trockenes oder sehr nasses Holz, denn hier kann es mitunter zu ungenauen Ergebnissen kommen. Liegt die Holzfeuchte hingegen zwischen 5 und 30 Prozent, kann das Messgerät die Restfeuchtigkeit mit hoher Genauigkeit ausgeben. Bestenfalls wird die Messung an verschiedenen Stellen im Holz durchgeführt, um ein genaueres Ergebnis zu erhalten. Mitunter ist es nämlich möglich, dass die Feuchtigkeit ungleichmäßig verteilt ist. 

Bestenfalls ist das Messgerät speziell für Holz geeignet, um ein genaueres Ergebnis zu liefern. Die Holzfeuchtemessgeräte sind im Handel mitunter bereits für Preise zwischen 15 und 30 Euro erhältlich. 

Messung mit der Darr-Methode

Für Laien und Heimwerker ist die Messung mit einem Holzfeuchtemessgerät in der Regel am einfachsten. Dementsprechend hat sich dieses Verfahren zur Holzfeuchte-Messung in den letzten Jahren etabliert. 

Alternativ steht darüber hinaus noch die sogenannte Darr-Methode zur Verfügung. Dabei wiegt man die Holzproben und gibt sie anschließend für bis zu 24 Stunden in einen sogenannten Darrofen – also einen ventilierten Trockenofen. Mit festem zeitlichen Abstand werden die Holzproben erneut gewogen bis schließlich keine Gewichtsveränderungen mehr vorliegen, das Holz also keinerlei Wassergehalt mehr aufweist. Zur Berechnung der Holzfeuchte vor dem Trocknen im Darrofen wird das zu Beginn gemessene Nassgewicht von dem späteren Darrgewicht abgezogen und danach durch das Darrgewicht geteilt. Um dann letztlich die prozentuale Holzfeuchte zu erhalten, muss der ermittelte Werte dann mal hundert genommen werden. Die Methode ist jedoch zeitaufwendig und führt letztlich zur Zerstörung der Holzproben. 

Angaben zur Holzfeuchte

 Die folgenden Angaben geben Aufschluss über die jeweilige Holzfeuchte beziehungsweise den Grad der Holztrocknung: 

  • Fällfrisch/Saftfrisch: Grünholz, also frisch gefälltes Holz
  • Waldfrisch: Zwischengelagertes Rundholz, das bereit zum Transport ist
  • Sägefrisch: Bereits zugeschnittenes, aber noch ungetrocknetes Holz
  • Lufttrocken: Bereits über einen längeren Zeitraum gelagertes Holz
  • Darrtrocken: Reine Trockenmasse des Holzes

Bild: maho / stock.adobe.com

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