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Kleinunternehmerregelung

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Ein Unternehmer, der nur geringe Umsätze tätigt, wird als Kleinunternehmer eingestuft. Zu dieser Kategorie gehören all jene Unternehmer, die im vorangegangenen Jahr einen Umsatz von maximal 17.500,00 Euro nachweisen konnten. Im laufenden Jahr darf der voraussichtliche Umsatz einen Betrag von 50.000,00 Euro nicht übersteigen. Damit die Kleinunternehmerregelung greifen kann, müssen beide Voraussetzungen gegeben sein. Sie soll Unternehmern mit geringen Jahresumsätzen den Alltag beziehungsweise den bürokratischen Aufwand erleichtern, denn in den Rechnungen muss dann keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden.

Weniger Aufwand durch die Kleinunternehmerregelung

Schließlich ist die Umsatzsteuer-Regelbesteuerung für Unternehmen generell mit viel Arbeit verbunden. Sie müssen unter anderem den für die Dienstleistung oder die Lieferung passenden Umsatzsteuersatz ermitteln, den jeweiligen Steuersatz und Steuerbetrag detailliert und korrekt in Rechnung stellen und den Vorsteueranteil aus allen Eingangsrechnungen, Quittungen und Kassenbons errechnen. Wer von der Regelung für Kleinunternehmer Gebrauch macht, erspart sich diesen Aufwand.
Allerdings bekommt der Unternehmer dann im Gegenzug natürlich auch keine Vorsteuer erstattet.

Die Einstufung als Kleinunternehmer übernimmt das Finanzamt. Sie muss vom Unternehmer beantragt werden, wobei ein formloses Schreiben an das Finanzamt in der Regel ausreicht.
Aus steuerlicher Sicht zählen zu den Kleinunternehmen sowohl Einzelunternehmer als auch Freiberufler. Sie sind zu einem großen Teil von den ansonsten üblichen Verwaltungsaufgaben befreit. Eine Einnahmenüberschussrechnung, also die sogenannte EÜR, reicht beispielsweise aus, die aufwendige Umsatzsteuervoranmeldung entfällt dagegen. Außerdem gibt es keine Unterscheidung zwischen Netto- und Bruttobeträgen.

Wichtig: Wer seine Rechnungen ohne Mehrwertsteuer ausweist, muss die Gesetzesgrundlage innerhalb der Rechnung explizit aufführen. Allgemein üblich und anerkannt ist die Phrase „Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG“.

Die Kleinunternehmerregelung im Handwerk

Für das Handwerk, aber auch für andere Branchen hat die Regelung nicht nur Vorteile. Ein großer Nachteil ist, dass keine Vorsteuer abgezogen werden darf, was gerade dann ungünstig sein kann, wenn der Unternehmer in einem Zeitraum hohe Investitionen tätigt.
Das Finanzamt teilt dem Unternehmer nicht automatisch mit, wenn er aufgrund höherer Umsätze umsatzsteuerpflichtig wird. Er muss also kontinuierlich selbst darauf achten, ob er noch als Kleinunternehmer gilt. Darum wird allgemein empfohlen, vor dem jeweiligen Jahresende die Umsatzzahlen zu kontrollieren. Falls ein Unternehmer nicht bemerkt, dass er plötzlich umsatzsteuerpflichtig ist, kann das Nicht-Ausweisen der Mehrwertsteuer im schlimmsten Fall richtig teuer werden. In diesem Fall schuldet der Unternehmer dem Finanzamt die Umsatzsteuer. Er muss sie also abführen, obwohl er sie in seinen Rechnungen überhaupt nicht verlangt hat.

Das Gesetz (Paragraf 19 Abs. 2 UStG) gibt jedem Unternehmer mit geringen Umsätzen aber auch die Möglichkeit, auf den Status als Kleinunternehmer von Anfang an zu verzichten. Wer darüber nachdenkt, sollte jedoch folgenden Aspekt bedenken: Ein freiwilliger Verzicht auf den Status als Kleinunternehmer ist für fünf Jahre bindend.

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