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Natursteinmauer bauen – Der Hingucker in der Gartengestaltung

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Eine Natursteinmauer kann dem Garten eine gemütliche Atmosphäre verleihen

Letzte Aktualisierung am 27. Juli 2020 von Max Lehmann

Natursteinmauern überzeugen mit ihrer besonderen Optik und können bei der Gartengestaltung für das gewisse Etwas sorgen. Wenn Sie eine Natursteinmauer bauen wollen, sollten Sie sich zunächst über passende Natursteine informieren. Wir stellen die verschiedenen Möglichkeiten, selbst eine Natursteinmauer anzulegen vor, damit das Mauern auch gelingt. 

Warum eine Natursteinmauer?

Mauern aus Natursteinen sind schon seit Jahrhunderten eine beliebte Möglichkeit um Gebiete abzugrenzen und Struktur zu schaffen. In der Gartengestaltung kann eine Natursteinmauer verschiedene Funktionen erfüllen: 

  • Sichtschutz
  • Windschutz
  • Grundstücksabgrenzung 
  • Strukturierung

Ein weiterer Grund für die Entscheidung zu einer Mauer aus Naturstein, ist die zuverlässige Witterungs- und Frostbeständigkeit der Materialien. Bei einer richtig gemauerten Natursteinwand kann man sich also auf Langlebigkeit verlassen.  

Natürlich können auch andere Arten von Mauern, diese Funktion erfüllen. Die Entscheidung für eine Natursteinmauer lässt sich vor allem mit der Ästhetik begründen. Wenn Sie Ihren Garten gestalten, können Sie mit einer Natursteinmauer zwei verschiedene Stilrichtungen einschlagen. Zum einen können Sie auf eine natürliche, eher klassische Optik setzen, zum anderen können Sie mit einer Natursteinmauer auch ein mediterranes Ambiente erzeugen. Entscheidend für das jeweilige Flair, sind die ausgewählten Natursteine.

Natursteinarten für die Gartenmauer

Grundsätzlich sind Ihnen bei der Gestaltung Ihrer Gartenmauer keine Grenzen gesetzt, denn Natursteine können in sämtlichen Farben und Formen gekauft werden. Unabhängig von dem Material aus dem die Steine für die Natursteinmauer bestehen, unterscheidet man hier zwischen: 

  • Bruchsteinen: natürliche Steine, die zwar verkleinert aber ansonsten unbearbeitet verkauft werden. Bruchsteine sind meist unregelmäßig geformt
  • Mauersteinen: bearbeitete Steine, meist bereits in Form gebracht, jedoch oft mit unregelmäßigen Oberflächen

Die von anderen Mauerarten bekannten Systemsteine gehören nicht zu den Natursteinen, werden aber auch gerne für Gartenmauern verwendet. Dabei handelt es sich um stark bearbeitete Steine, die in standardisierten Formen und Größen gekauft werden können. Systemsteine werden mit Mörtel verarbeitet.

Ein weiterer wichtiger Gestaltungsfaktor ist dann natürlich das Material aus dem der Naturstein besteht. Auch bei den Natursteinarten stehen viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. 

Basalt

Basalt ist ein vulkanisches Ergussgestein. Es ist feinkörnig und meistens bläulich-grau bis schwarz. Durch seine Robustheit ist es witterungsbeständig, aber schwer zu bearbeiten.

Granit

Granit ist ein sehr hartes, magmatisches Tiefengestein mit homogenem Farbmuster. Die Oberflächen glänzen und sind rau, einzelne Kristalle lassen sich leicht erkennen. Es ist sehr robust und frostsicher.

Mögliche Farben:

  • Blau
  • Rot
  • Grau
  • Grüne
  • Weiß-Grau
  • Schwarze
  • Gelbe
  • Beige

Kalkstein

Kalkstein ist über viele Jahre aus gepresstem Schlamm und den Hüllen von Schalentieren entstanden. Er ist relativ weich, aber trotzdem witterungsbeständig. Er besteht zum größten Teil aus Calciumcarbonat (CaCO³).

Mögliche Farbtöne:

  • Braun
  • Gelb
  • Hell-/Dunkelgrau
  • Rot
  • Schwarz
  • Weiß

Porphyr

Porphyr ist eigentlich keine eigene Gesteinsart, sondern ein bestimmtes Gefügebild eines Gesteins. Es handelt sich um verschiedene vulkanische Gesteine, die besonders durch ihre Einsprenkelungen größerer Kristalle auffallen. Diese Kristalle können verschiedene Farben haben: Bräunliche, gräuliche, rötliche und weißliche Einsprenkelungen sind möglich, aber auch Purpur.

Quarzit

Quarzite sind alte Sedimentgesteine, die meist aus Sandstein entstanden sind. Sie haben eine fein- bis mittelkörnige Struktur und sind dank ihres hohen Quarzantreils sehr robust. Quarzit ist hellgrau, kann aber einen grünen oder rötlichen Einschlag haben.

Schiefer

Schiefer ist ein eher dunkles, gut spaltbares und sehr witterungsbeständiges Gestein. Für die Verwendung als Natursteinmauer sollte man lieber hellen Schiefer verwenden, weil die Mauer direktem Sonnenlicht ausgesetzt ist und sich sonst sehr aufheizt.

Grauwacke

Grauwacke ist aus dem Bodensatz flacher Urmeere entstanden und gehört zu den Sandsteinen. Obwohl viele Sandsteine sehr weich sind, ist Grauwacke ziemlich robust. Wie der Name schon sagt gibt es die Steine in verschiedenen Grautönen, die aber andersfarbige Einschläge haben können.

Arten von Natursteinmauern

Trockenmauern sind wohl die beliebteste Variante von Natursteinmauern. Dabei werden die Natursteine nach Form und Größe passend aufgeschichtet und durch ihr Eigengewicht entsteht der nötige Halt. Große und schwere Steine werden unten verwendet, kleine weiter oben. Die kleinsten Bruchsteine und Schotter können dazu verwendet werden, um Zwischenräume zu füllen. Da die Steine aufeinander abgestimmt gestapelt werden, muss kein Mörtel eingesetzt werden. Er kann jedoch für die oberste Steinreihe verwendet werden, wenn ein besonderes Risiko besteht, beispielsweise wenn Kinder im Garten spielen. Da sonst kein Mörtel benutzt wird, beschränkt sich ihre Höhe aus Sicherheitsgründen auf 120 Zentimeter. Je nach Anwendungsart gibt es verschiedene Varianten von Trockenmauern aus Naturstein:

Friesenwall

Friesenwalle sind kleinere Trockenmauern, die aus runden Findlingen errichtet werden. Auf die Mauerkrone kann eine Erdschicht aufgetragen werden. Man kann sie als Doppelmauern oder einseitig bauen. Oft werden sie als Grundstücksabgrenzung zur Straße errichtet.

Freistehende Trockenmauer

Eine freistehende Trockenmauer kann zum Beispiel zur Eingrenzung des Grundstücks verwendet werden. 

Stützmauer

Eine Stützmauer wird vor allem als Einfassung für Hochbeete verwendet. Auch für einen Sandkasten kann man sie nutzen. In der Bauweise unterscheidet sie sich kaum von einer freistehenden Trockenmauer, sie benötigt jedoch eine Drainage.

Hangbefestigung

Ähnlich wie bei der Stützmauer kann man eine Trockenmauer auch als Hangbefestigung benutzen. Dabei werden die Mauersteine in der Regel versetzt aufgeschichtet, sodass sie den Hang stabilisieren. Sowohl bei Stützmauern als auch bei hangbefestigenden Trockenmauern sollte man sich Gedanken um die Mauerbepflanzung machen.

Natursteinmauer mit Mörtel

Selbstverständlich können alle oben genannten Varianten auch wie bei anderen Mauerarten mit Mörtel gebaut werden. Das sorgt für mehr Stabilität und man kann höher mauern als bei einer Trockenmauer. Im Gegensatz zu Trockenmauern braucht man beim Mauern mit Mörtel aber ein Betonfundament. Bei Höhen ab 180 Zentimeter sollte die Mauer besser von professionellen Maurern gebaut werden. Ab zwei Metern braucht man ein statisches Gutachten.

Alternative: Verblendete Betonmauern

Keine Lust oder Geld für echten Naturstein? Dann kann eine verblendete Betonmauer die Lösung sein. Die eigentliche Mauer besteht dann aus glattem, grauen Beton. Anschließend werden dünne Natursteine oder Verblendersteine mit Mörtel aufgeklebt. So sieht die Mauer zwar ähnlich aus wie eine Natursteinmauer, aber ist günstiger.

Im Gegensatz zu Trockenmauern haben Natursteinmauern mit Mörtel und verblendete Betonmauern einen Nachteil, der sich im Garten schnell zeigt: Sie können nicht bepflanzt werden und bieten Tieren keinen Unterschlupf. Bei einem naturnahen Garten sollte man lieber eine Trockenmauer zur Hangbefestigung oder als Stützmauer bauen.

Mauerwerksverbände

Für den Bau einer stabilen Natursteinmauer sollte man vor allem auf die Fugen achten. Lagerfugen werden die waagerechten Fugen zwischen den Steinreihen genannt. Stoßfugen die senkrechten Fugen zwischen zwei Steinen. Wenn sich beide Fugen in einem rechten Winkel treffen, nennt man das eine Kreuzfuge. Diese Kreuzfugen sollte man beim Mauerbau immer vermeiden, denn sie sind ein Schwachpunkt.

Bruchsteinmauerwerk

Bei einer Bruchsteinmauer benutzt man unregelmäßige Bruchsteine. Da die Form der Steine sehr unregelmäßig ist, sind auch die Fugen nicht gleichmäßig. Da die Steine sich gut verkanten, handelt es sich in den meisten Fällen um Trockenmauern. Man kann eine Bruchsteinmauer aber auch mit Mörtel bauen.

Schichtmauerwerk

Beim Schichtmauerwerk haben die Steine jeder Schicht die gleiche Stärke, was für lange Lagerfugen sorgt. Auch wenn die Steine jeder Schicht zusammenpassen müssen, können die einzelnen Schichten unterschiedlich dick sein. Im Gegensatz zur Bruchsteinmauer verkeilen die Steine kaum und sind oft auch wesentlich dünner und leichter. Aus diesem Grund werden Schichtmauern mit Mörtel errichtet.

Zyklopenmauerwerk

Beim Zyklopenmauerwerk werden die Steine so aufgeschichtet, dass die Bruchkanten die Maueransicht bilden. Es wird auch Polygonalmauerwerk genannt. Es wird in der Regel als Trockenmauer ohne Mörtel errichtet.

Natursteinmauer selber bauen

Sobald Sie sich für die passenden Natursteine entschieden haben, können Sie fast mit dem Bau der Natursteinmauer loslegen. Bevor der eigentliche Mauerbau beginnt, ist ein Fundament nötig. Bei Trockenmauern braucht man kein Betonfundament, sondern es reicht ein verdichtetes Schotterbett. Für vermörtelte Natursteinmauer braucht man ein Streifenfundament aus Beton.

Bevor Sie allerdings drauf los mauern, sollten Sie noch entscheiden, auf welche Weise Sie die Mauer bauen wollen. Bei der Bruchsteinmauer stapeln Sie die Steine einfach übereinander, wodurch die Steine sich gegenseitig selbst stabilisieren. Das hat den Vorteil, dass Sie in den Lücken zwischen den Steinen noch Platz für Bepflanzung oder Deko haben. Auch für Tiere bieten Trockenmauern aus Bruchstein einen Lebensraum.

Wie Sie eine Mauer selbst anlegen können, erfahren Sie in unserer Anleitung zum Mauern. Überlegen Sie außerdem wie Sie Ihre Natursteinmauer noch mehr in Szene setzen könnten. Hier bietet es sich beispielsweise an, auf der Terrasse Polygonalplatten zu verlegen oder einen schönen Gartenweg zu pflastern. Auch das Anlegen eines Steingartens kann Ihrem Garten das gewisse Etwas verleihen. Eine schöne Bank, die an einer Natursteinmauer lehnt, hat außerdem den Vorteil, dass Sie lange Sommerabende gut im Garten verbringen können, denn die meisten Natursteine speichern Wärme und geben diese abends sogar wieder ab.

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2 Kommentare

  1. Klaus 30. November 2018

    Danke für die tolle Anleitung, eine Natursteinwand selber zu bauen. Gekauft sind solche Dinge ja sehr teuer und wie ihr zeigt, ist so viel gar nicht dabei.

    Antworten
  2. Nina 26. August 2019

    Im September beginnt die große Umgestaltung unseres Gartens. Besonders freue ich mich auf die neuen Gartenwege aus Naturstein. Es ist evtl. eine gute Idee bei uns auch noch eine Natursteinmauer hinzuzufügen – danke für den Hinweis auf die Langlebigkeit.

    Antworten

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