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StVO-Änderungen und ihre Auswirkungen auf das Handwerk

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Änderungen der Straßenverkehrordnung im Überblick

Seit dem 28. April gilt die StVO-Novelle und bringt einige Änderungen, die man gerade als Handwerker kennen sollte. Wir haben alle wichtigen Änderungen zusammengefasst.

Wichtige Änderungen für Autofahrer

  • Generelles Halteverbot auf Schutzstreifen
    • Autofahrer durften dort bisher bis zu drei Minuten halten.
    • Strafe: 55 Euro, bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer 70 Euro und ein Punkt in Flensburg
  • Fahrverbot ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h (innerorts)
  • Konkreter Mindestüberholabstand bei Fußgängern, Radfahrern und Elektrokleinstfahrzeugen
    • 1,5 Meter innerorts
    • 2 Meter außerorts
    • Bisher war nur ein “ausreichender Seitenabstand” Pflicht
  • Schrittgeschwindigkeit für rechtsabbiegende Fahrzeuge über 3,5 Tonnen innerorts
    • Bei Verstoß Bußgeld von 70 Euro + Punkt im Fahreignungsregister
  • Erweitertes Parkverbot vor Kreuzungen und Einmündungen
  • Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen kann angeordnet werden

Wichtige Änderungen für Fahrradfahrer

  • Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, solange andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden
  • Personen dürfen auf Fahrrädern mitgenommen werden, wenn das Fahrrad zur Personenbeförderung gebaut ist und der Fahrzeugführer mindestens 16 Jahre alt ist
  • Bestehende Grünpfeilregelung gilt auch für Radfahrer, die aus einem Radfahrstreifen oder Radweg heraus rechts abbiegen wollen
  • Neuer Grünpfeil nur für Fahrradfahrer
  • Erleichterte Einrichtung von Fahrradzonen
  • Weitere Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung

Höhere Bußgelder und Strafen

  • Verbotswidriges Parken auf Geh- und Radwegen, Unerlaubtes Halten auf Schutzstreifen, Parken und Halten in zweiter Reihe → bis zu 110 Euro
  • Parken auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz → 55 Euro
  • Rechtswidriges Parken an engen oder unübersichtlichen Straßenstellen bzw. im Bereich einer Kurve → bis zu 35 Euro
  • Allgemeiner Halt- und Parkverstoß → bis zu 25 Euro
  • Unerlaubte Nutzung einer Rettungsgasse
    • bis zu 320 Euro Bußgeld, ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte im Fahreignungsregister
  • Nichtbilden einer Rettungsgasse: Fahrverbot auch ohne konkrete Behinderung möglich
  • Vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, linksseitig angelegten Radwegen und Seitenstreifen: von bis zu 25 auf 100 Euro
  • Verursachen von unnötigem Lärm und Abgasbelästigung (Auto-Posing): von bis zu 20 auf bis zu 100 Euro

ZDH kritisiert generelles Halteverbot

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, sieht vor allem das Halteverbot auf Fahrradschutzstreifen kritisch und schlägt vor, als Entlastung “Arbeits- und Ladezonen” einzurichten. Da Handwerker auf ihr Auto angewiesen sind, können Punkte in Flensburg schnell existenzbedrohend werden. Besonders in Innenstädten ist es selten möglich, einen Parkplatz in Auftragsnähe zu finden. Handwerker sind durch diese Situation dazu gezwungen, möglichst direkt vor dem Gebäude zu halten, um Material, Maschinen und Werkzeuge schnell zu entladen. In Städten führt dieses Halten aber sehr oft zu einer Verkehrsbehinderung und das Risiko für einen Punkt im Fahreignungsregister steigt enorm.

Will man rechtssicher direkt vor dem Gebäude halten, muss man vorher eine Haltegenehmigung einholen. Das könnte bei manchen Behörden jedoch länger dauern und ist bei dringend nötigen Reparaturen – zum Beispiel bei Sturmschäden an einem Dach – keine gute Lösung für Auftraggeber und Handwerker. Damit das generelle Halteverbot den Arbeitsalltag von Handwerkern nicht erschwert, müssten die Anträge für solche Genehmigungen stark vereinfacht und beschleunigt werden.

Wir wollen Ihre Meinung hören!

Hat die StVO-Novelle Ihnen bisher Probleme im Arbeitsalltag bereitet oder ist noch alles wie immer? Was halten Sie vom Vorschlag der Arbeits- und Ladezonen? Hat Ihre Stadtverwaltung schon Lösungsvorschläge gemacht? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar zum Thema!

Bildquellen:
Kara
/ stock.adobe.com

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