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Hausschwamm: Erkennen und bekämpfen

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Vom Echten Hausschwamm befallenes Holz

Letzte Aktualisierung am 17. August 2020 von Max Lehmann

Der Echte Hausschwamm, auch bekannt als Serpula lacrymans, zählt zu den gefährlichsten Pilzen. Er zerstört Holz, breitet sich schnell aus und kann zu erheblichen Schäden an Gebäuden führen. Feuchtigkeit begünstigt sein Wachstum, doch selbst im Trockenen kann er bis zu zwei Jahre lang überleben. Diesem Mitbewohner will tatsächlich niemand Wohnraum bieten. Besser also vorbeugen und dafür sorgen, dass er es sich gar nicht erst gemütlich machen kann.

Hausschamm erkennen

Es gibt zwei Möglichkeiten, um den Hausschwamm zu erkennen: Einmal an den Schäden, die er an Holzbauteilen anrichtet und an seinem Aussehen, Sporen und dem Geruch. Da er sich oft in Hohlräumen hinter Wandverkleidungen, Möbeln oder Fußleisten versteckt, ist eine Kombination aus beiden Varianten wichtig.

Achten Sie auf verfärbtes, brüchiges oder gebogenes Holz. Befallenes Holz bildet Risse längs und quer zur Faser und zerfällt dadurch würfelartig. Falls Sie keinen Pilzbefall finden können, aber einen Verdacht haben, drücken Sie tragende Balken mit einem Finger ein. Normalerweise sollten diese sehr fest sein und sich nicht eindrücken lassen.

Die Pilzsporen kann man als roten Staub erkennen, der sich in der nähe von Holz befindet. In den Anfangsstadien kann ein pilziger Geruch auffallen, später sogar sauer und penetrant. Die Fruchtkörper sind zweifarbig – im Randbereich weiß und watteartig und im Kern ocker bis orange. Das Pilzmyzel sieht aus wie hanfartige Fasern.

Was zeichnet den Hausschwamm aus?

Der Hausschwamm zählt zu den Hausfäulepilzen und ist ein holzzerstörender Pilz. Er siedelt sich zunächst auf feuchtem Holz an. Vor allem auf Nadelhölzern fühlt er sich wohl, doch auch andere Hölzer und organische Materialien wie Textilien oder Spanplatten sind vor ihm nicht sicher. Besonders Holz in feuchten Kellern oder Hohlräumen bietet dem Pilz die perfekte Wachstumsvoraussetzung. Von da aus kann er sich schnell im ganzen Haus verbreiten. Dabei bleiben jedoch auch anorganische Materialien nicht verschont, denn er kann sogar Mauerwerk oder Putz durch- und unterwachsen. So fällt es ihm noch leichter sich auszubreiten.

Sobald der Hausschwamm günstige Bedingungen vorfindet und mit vitalem und großflächigem Wachstum beginnt, bildet er seinen charakteristischen, bräunlichen Fruchtkörper mit weißen Rändern aus. Dann scheidet er kleine Wassertropfen aus. Daher hat er auch seinen Beinamen und wird als Tränender Hausschwamm bezeichnet. Zusätzlich zu seinem ausgeprägten Wachstum kommt es beim Echten Hausschwamm zu überdurchschnittlicher Sporenproduktion.

Der Echte Holzschwamm ist aufgrund seiner holzzerstörenden Eigenschaften besonders bedrohlich für sämtliche Haustypen. Der Pilz entzieht dem Holz die faserige Zellulose, wodurch dieses brüchig wird. Dadurch können Dielen, Rahmen oder Balken brechen. Gerade bei tragenden Holzkonstruktionen wie dem Dachstuhl kann das schnell gefährlich werden. Außerdem kann er auch lange inaktiv überleben, sofern nicht genügend Feuchtigkeit vorhanden oder die Raumtemperatur zu hoch ist.

Dem Hausschwamm vorbeugen

Oft bleibt der Hausschwamm zu lange unbemerkt, sodass er sich ungestört ausbreiten kann. Doch je mehr er befallen hat, desto schwieriger ist er zu beseitigen. Besser also dem Hausschwamm gar nicht erst die Möglichkeit geben, sich im Haus einzunisten. Daher sollte man einige Dinge beachten, um sich vor dem Pilz zu schützen.

Der Hausschwamm mag eine hohe Luftfeuchtigkeit, stetiger Luftaustausch bereitet ihm Probleme. Man sollte also dafür sorgen, regelmäßig zu lüften und Holz nicht feucht werden lassen. Im Winter kann es auch nicht schaden, großzügig zu heizen, um eine optimale Raumtemperatur zu gewährleisten – bei einer Temperatur von mehr als etwa 25 °C stellt der Hausschwamm seine physische Aktivität nämlich schlagartig ein. Dabei sollte man möglichst auch im Keller heizen. Ist der Befall jedoch einmal vorhanden, löst sich das Problem so leider auch nicht auf, dann ist trotzdem eine umfassende Sanierung nötig.

Trotzdem kann er sich in versteckten Hohlräumen wie Wölbungen, hinter Wandverkleidungen oder Möbeln einnisten. Hier sollten Sie möglichst regelmäßig kurz kontrollieren, ob das Holz betroffen ist. Im Keller kann neben richtigem Lüften auch ein Luftentfeuchter helfen. So können Sie auch feuchten Wänden vorbeugen. Beim Dach sollte eine gute Dachdämmung vorliegen, damit der Pilz den aus Holz bestehenden Dachstuhl nicht befallen kann. Brennholz und Kartonagen sollten Sie an einem Ort lagern, an dem der Pilz aufgrund hoher Temperatur und niedriger Feuchtigkeit nicht wachsen kann.

Eine besondere Gefahrensituation entsteht durch Rohrbrüche. Selbst durch kleine Lecks an Rohren kann genug Wasser austreten, um dem Hausschwamm einen feuchten Nährboden zu liefern. Bei größeren Wasserschäden sollten Wände umfassend und professionell getrocknet werden.

Hausschwamm sowohl bei Alt- als auch bei Neubau

Meist sind vor allem Altbauten betroffen, da diese zum einen höhere Holzanteile in der Bausubstanz aufweisen und zum anderen häufiger mit feuchten Kellern oder Erdgeschossen zu tun haben. Außerdem sind Altbauten oft nicht ausreichend gedämmt, sodass sich eine Altbausanierung mit nachträglicher Kerndämmung anbietet. Doch auch ein Neubau bleibt nicht unbedingt verschont. Beim Hausbau sollten Sie also folgendes mit einplanen:

  • Möglichst keine Weich- oder Nadelhölzer verbauen
  • Fenster im Keller und auf dem Dachboden einbauen, um regelmäßig intensiv lüften zu können
  • Alle Trocknungszeiten von Bauelementen einhalten
  • Gute Wärmedämmung einbauen

Meldepflicht bei Hausschwamm?

Da es sich beim Echten Hausschwamm um einen schweren Baumangel handelt, ist ein Befall in manchen Bundesländern sogar meldepflichtig. Lange Zeit galt das sogar bundesweit.

Besteht eine Meldepflicht für den Hausschwamm in Ihrem Bundesland, müssen Befall und Umfang durch einen professionellen Sachverständiger festgestellt werden. Bei einem Befall sollte aber auch davon unabhängig ein spezialisiertes Sanierungsunternehmen beauftragt werden.

Hausschwamm bekämpfen

Der Echte Hausschwamm ist einer der am schwierigsten zu bekämpfenden Pilze. Aufgrund seiner Eigenschaften ist er sogar schwieriger zu beseitigen als Schimmel – kam es einmal zum Pilzbefall sind umfassende Sanierungsmaßnahmen nötig.

Professionelle Betriebe gehen hier nach der DIN 68800-4 zum Thema Holzschutz vor: Bekämpfungsmaßnahmen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten. Die Sanierung ist nicht nur aufwendig, sondern auch schwierig. Die Ursachen der Ausbreitung müssen beseitigt werden.

Vor der Bekämpfung untersucht der Fachbetrieb die Bausubstanz mit einer Endoskopie und nimmt Proben des Pilzes, die im Labor ausgewertet werden. So weiß man auch, ob es sich wirklich um einen echten Hausschwamm handelt und nicht um einen anderen schädlichen Pilz. Insgesamt gibt es nämlich einige Arten von holzzerstörenden Pilzen, zum Beispiel den weißen Porenschwamm.

Das Fachunternehmen muss befallene Hölzer entfernen und verbrennen, um die Ausbreitung der Sporen zu verhindern. Nach der oben genannten Norm muss das Holz dabei einen Meter über den sichtbaren Befall hinaus entfernt werden. Auch kleine Holzreste werden entfernt – zum Beispiel Holzdübel – und befallener Putz muss abgeschlagen werden.

Feuchtes und befallenes Mauerwerk muss teilweise auch mit einem Gasbrenner abgeflammt werden. Anschließend kommt es zur Trockenlegung von sämtlichen feuchten Wänden und Holzkonstruktionen. Die entfernten Bauteile können nun erneuert werden. Bei den Holzbauteilen werden nur chemisch behandelte Harthölzer eingebaut, um einen erneuten Befall zu verhindern. Außerdem werden alle Feuchtigkeitsursachen beseitigt. Selbst wenn der Hausschwamm aufgrund niedriger Feuchtigkeit nicht wachsen kann, kann er bis zu zwei Jahre in Trockenstarre überleben.

Aufgrund der zum Teil besonders aufwändigen und langwierigen Maßnahmen, können schnell hohe Kosten bei der Sanierung eines Hausschwammbefalls auftreten – mehrere Tausend Euro können anfallen. Bei einigen Versicherungen gehört der Pilz aber zu den Allmählichkeitsschäden, sodass es Tarife gibt, bei denen die Versicherung einen Teil der Kosten übernimmt. Zum Teil können die Kosten für die Hausschwammsanierung sogar als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden.

Gesundheitsgefährdung

Die Sporen des Hausschwamms sind in der Regel ungefährlich für den menschlichen Organismus, der Befall des eigenen Hauses ist jedoch besonders unangenehm und sorgt vor allem für Ekel. Allerdings kann es unter Umständen zu allergischen Reaktionen auf die Sporen kommen. Gefährlich ist der Hausschwamm aber vor allem, weil er Holzbalken zum Absturz oder im schlimmsten Fall sogar das gesamte Gebäude zum Einsturz bringen kann.

Da der Hausschwamm jedoch häufig durch dieselben Faktoren wie Schimmel entsteht, treten die Pilze zum Teil in Kombination auf. Das wiederum kann zu Allergien, Kopfschmerzen und anderen Beschwerden führen und gesundheitsgefährdend sein.

Bild: taviphoto / stock.adobe.com

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4 Kommentare

  1. VeroB. 17. Dezember 2018

    Au weia… was ist das denn für ne Brühe? Da würd ich ja lieber auf Nummer sicher gehen und bei Euch einen Handwerkr anrufen.

    Antworten
    1. Redaktion Blauarbeit 18. Dezember 2018

      Hallo Vero, das sollten Sie auch auf jeden Fall machen, wenn Sie Anzeichen für einen Befall von Hausschwamm feststellen. Ein spezialisiertes Sanierungsunternehmen kann dann den Hausschwamm entfernen. Viele Grüße, das Blauarbeit-Team. 🙂

      Antworten
  2. Michael Berger 19. März 2019

    Sehr interessanter Artikel! Vor ein paar Jahren hatte ich auch mal Hausschwamm im Keller, da bekommt man ja erst einmal ganz schön Panik. Ich wollte dann auch nicht irgendwie selber mit irgendwelchen giftigen Mitteln rumprobieren, sondern habe mir direkt einen professionellen Schädlingsbekämpfer gesucht, der sich darum gekümmert hat. Die IRT hat den Hausschwamm mit einem speziellen Heißluftverfahren auch sehr kompetent entfernt, sodass ich bisher keine Probleme mehr damit hatte.

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  3. Mandy Murr 12. August 2019

    Ich wusste nicht dass Hausschwamm auch bei kleinsten Rohrbrüchen droht! Nun werde ich noch einmal sichergehen, dass wir wirklich keinen Wasserschaden bei uns sanieren müssen um Hausschwamm zu vermeiden. Wir hatten nämlich letztes Jahr im Winter einen Fleck bei dem wir uns unsicher waren ob er verfärbt ist, oder nass – das lassen wir noch einmal anschauen.

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